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Geschichte der Magie / von Dr. Joseph Ennemoser
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Erster Abschnitt- Zweite Abtheilung.

Wahnsinn und der Raserei stattfinden. Die näheren Bestim-mungen hat der Cardinal Lambertini, nachmaliger Papst Benc-dict XIV. ini 49. Capitel des dritten Bandes <Ie servornm >IeiIwatilicatione angegeben.

Zweite Abtheilung.

Die Träume.

§. 69.

Die Träume gehören zwar nicht zu: der Magie in dem ge-wöhnlichen Sinne des Wortes, sie sind aber mit den Visionenund mit dem innern Leben der subjektiven Phantasiebildungenwesentlich von gleicher Beschaffenheit. Den Erscheinungen nachsind sie mit jenen ganz gleich. Wie die Visionen sind dieTräume entweder flüchtig vorübercilcndc Bilder, oder sie sindanhaltend und periodisch wiederkehrend, nach bekannten Gestaltender äußeren Sinncsobjectc; oder sie sind weissagender Art, ferneund künftige Ereignisse verkündigend, und sehr häufig symbolischund allegorisch. Man hat in der ältesten Zeit die Lraumgcsichteund Visionen auch nicht einmal von einander unterschieden undsie von gleichem Werthe gehalten, wie man es bei den Orientalenund Juden sieht, und vielfältig hat man sich schon sehr früh mitder Auslegung ihrer symbolischen Bedeutungen beschäftigt. Sohat Artcmidor schon im zweiten Jahrhundert unserer Zeitrechnungdie Traumformen und ihre Bedeutungen zusammengestellt, unddieselben in gewöhnliche Visionsträume spekulative

und allegorische eingetheilt (Xrtemiäori vallliH et Xciimatis,Oneirocrlties. Xicolai Hixaltü Xrtemiäorum notae. Lutetiae1604. 4.). Die Visionen und das Träumen werden auch vonmagnetischen Somnambulen häufig nicht unterschieden; denn siesagen häufig: es träume ihnen, und sie haben von diesem oderjenem fernen oder künftigen Ereignisse geträumt; oder man sollees ihnen auftragen, daß sie im Schlafe über etwas träumen.