Buch 
Die Botanik in ihren Grundbegriffen mit Rücksicht auf ihre historische Entwicklung / von Dr. Gottl. Wilh. Bischoff
Entstehung
Seite
18
JPEG-Download
 

18

Botanik.

tuber, dagegen ein verdickter, mit kleinen, wenig entwickelten Knospen besetzterWurzelstock.

Eine Blüthe, üos, besteht entweder aus einem einzelnen oder aus mehrerenan einer gemeinschaftlichen Achse wder auf einem Blatte vereinigten Befruchtungs-Organen, welche bald nackt, bald von einem einzelnen Deckblatte gestützt, bald miteinem einfachen oder mehrfachen Kreise von Blatt-Organen umgeben und dadurchvon anderen ihres Gleichen abgeschlossen sind; im Knospenznstande wird sie Blü-thenknopf, alabastrus, genannt. Die umgebenden blattartigen Organe bildendie Blüthendecke, tsZumsutuiu lloi-als. Diese wird näher bezeichnet als Blü-thenhülle, poriAouium, wenn sie aus lauter gleichartigen oder doch beinahegleichartigen Theilen besteht, und jeder einzelne Theil derselben heißt Blüthen-hüllblatt, porixonü pbMui» , z. B. bei der Lilie und Tulpe; besteht aber dieBlüthendecke aus zwei oder mehreren in Bau und Färbung verschiedenen Kreisenvon Blatt-Organen, so nennt man die äußere, meist derbere Blüthendecke Kelch,ealxx, dessen völlig getrennte Theile Kelchblätter, seMa, und den vom Kelcheumgebenen innern Kreis Blume oder (minder richtig) Blumenkrone, eorolla,die getrennten Theile derselben Blumenblätter, xetala, an welchen wie an denBlüthenhüllenblättern unten oft ein schmäleres, stielähnliches Stück der Nagel,uuKllis und über diesem ein breiteres Stück die Platte, I-uuiun, zu unter-scheiden ist. Wenn der Kelch noch mit einem in Ban und Farbe ihm ähnlichenBlattkreise umgeben ist, wie bei den Malven, den Stockrosen oder Eibisch-Artenund den Scabiosen, so wird er gewöhnlich als doppelter Kelch, eul^x ckuplex,bezeichnet, an welchem man einen äußern, e. extorior, und innern Kelch,e. interior, unterscheidet. Kommt dagegen auf oder innerhalb einer Blüthenhülleoder einer Blume noch ein einfacher oder mehrfacher Kreis von cigengestaltetenBlatt-Organen oder auch von besonderen Anhängseln vor, so erhält er den NamenNebenblume, parneorollu, deren Theile Nebenblumenblätter, psrnxstalÄ.,oder auch nur Blätter, pk^lln, heißen, oder man nennt ihn Kranz, eorona,und seine Theile je nach ihrer Gestalt Zähne, Fäden, Schuppen rc. wie beiAarei88u8, ka^illora, ^8elspin8, -Inclliusa und Kvuipb^tura. Wenn die Blatt-Organe in einem der genannten Kreise der Blüthendecke von einander getrennt sind,so wird dieser Kreis als mehrblätterig betrachtet und nach der Zahl seinerBlätter näher bezeichnet, z. B. Blüthenhülle, Kelch, Blume zwei-, drei-, viel-blätterig, psriKonimu cki-, tri-, po>)'pb^IIum, oul/x äi-, tri-, pol/sepaluZ,corolla lli-, tri-, polixotnln; sind dagegen die Blatt-Organe eines Kreises aufverschiedene Weise mit einander verwachsen, so betrachtet man denselben gewöhnlichals einblätterig, perix. inonvpbMum, oal. Ill0uo86palll8, oor. luonopetala,wofür jedoch der Ausdruck verwachsen blätterig, ZsruopbMus u. s. w., welchenauch viele neuere Schriftsteller bereits gebrauchen, der richtigere ist. An einemsolchen verwachsenblätterigen Kreise nennt man den untern, meist engern Theil dieRöhre, tubus, den obern erweiterten oder ausgebreiteten Theil den Saum,Iimdu8, und die Grenze zwischen beiden den S chlund, tsux; die frei gebliebenenEnden der Blätter werden, je nachdem die Verwachsung sich mehr oder minder weithinauf erstreckt, als Zipfel, laoiniae, Lappen, lobi, oder Zähne, äonto8,bezeichnet.

Die Befruchtungs- oder Geschlechts - Organe, orAnua lruetillentionis,or». sexualia, sind die wesentlichen Theile der Blüthe, welche unmittelbar zurFrucht- und Samenbildung und vermittelst dieser zur Erzeugung neuer Pflanzenbestimmt sind. Dazu gehören das Staubgefäß und das Pistill. DasStaubgefäß, tarnen, ist dadurch charakterisirt, daß es den Blüthenstaub,Befruchtungsstaub oder Pollen, xollen, in seinem Innern ausbildet,