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Die Botanik in ihren Grundbegriffen mit Rücksicht auf ihre historische Entwicklung / von Dr. Gottl. Wilh. Bischoff
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Kunstsprache.

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im Gegensatze zu denjenigen, in welchen die zweierlei Befruchtungsorgane zugleichvorkommen, oder der Zwitterblüthen, Sorss kerinupluoäiti. Eine Blüthe,welche keine oder nur unvollkommen gebildete Befruchtungs-Organe enthält, heißtgeschlechtslos, üos nsutor; nackte Blüthe, llos uuäns, heißt sie, wennden Befruchtungs-Organen jede Bedeckung fehlt oder an der Stelle der Blüthen-decke nur ein Deckblatt vorhanden ist. Ein Stamm, Ast oder Gipfeltrieb bildet,so weit er in seinen Blattwinkeln Blüthen oder Zweige mit Blüthen trägt, oderso weit überhaupt seine Knospen nur Blüthenknöpse sind, einen Blüthenstand,illlloreseentia.. Dieser erhält durch die verschiedene Art seiner Verzweigung unddie dadurch bedingte Zahl und Stellung der Blüthen ein sehr verschiedenesAnsehen und wird hiernach mit mancherlei Namen belegt, welche erst später(bei der Gestaltlehre) näher erläutert werden können.

Die Pflanzen, welche die beschriebenen beiderlei Befruchtungs-Organe, alsoStaubgefäße und Pistille oder, statt der letzteren, nackte Samenknospen (Eichen)besitzen, werden deutlich blühende oder Ph an erog amen (eigentlich deut-lich ehige) genannt. Nun gibt es aber noch eine große Anzahl von Gewächsen,welche entweder nur einerlei Fortpflanzungs-Organe oder doch keine wirklichen,aus Zellgewebe gebildeten Samenknospen, sondern nur Fortpflanzungszellen habenund die man verborgenblühende oder Kryptogamen (eigentlich ver-borgenehige) nennt. Bei diesen besteht entweder die ganze Pflanze ausgleichartigen Zellen, deren jede zugleich Fortpflanzungs-Organ ist, wie bei deneinfachsten Algen, z. B. kiotooooeus und MerocMis, oder ihr Lager oderStamm trägt besondere Fortpflanzungszellen, welche bald nackt oder nur in eineeinfache Mutterzelle eingeschlossen sind, wie bei manchen anderen AlgenOallltliswulon, Vaueberla und bei den Fadenpilzen, z. B. Lotr^tis,

Llonilia, Llueor, oder endlich eine Fruchtanlage, xr-iiuoräluin lruotus, urebsZoninM,von einem mehr zusammengesetzten, aber stets rein zelligen Baue, in welcherdie Fortpflanzungszellen sich bilden, wie bei den meisten übrigen Kryptogamen.Manche der letzteren, namentlich die Moose, Lebermoose und Charen, derenFruchtanlage im Aenßern einem Pistill ähnlich sieht, tragen außerdem noch auseiner zelligen Haut gebildete Behälter, Antheridien, sntbsriäiL, auch sxer-rnatooMiäig, genannt, angefüllt mit Zellen, welche einen schleimigen, oftmilchigen Saft und eigenthümliche, bewegliche Spiralfäden einschließen, und diemit der Fruchtbildung in naher Beziehung zu stehen scheinen.

Die Frucht, lruetus, das völlig ausgebildete Fortpflanzungs-Organ, welchesdie zur Aussaat bestimmten, die Anlage zu einer neuen Pflanze enthaltendenoder aus sich entwickelnden Theile (Samen oder Sporen) birgt. Die Fruchtder Phanero gamen ist also das zur völligen Reife gelangte Pistill. Siebesteht aus der Fruchthülle und dem Samen. Die Fruchthülle oderdas Sameng ehäuse, xsrieurxiuin, ist der umschließende, aus dem Fruchtknotenentstandene Theil, der häufig auch noch den Griffel und die Narbe trägt. Dieden Samen enthaltende Höhle ist, wie schon im Fruchtknoten, bald ununter-brochen einfächerige Frucht, ü-uotus uillloLuIuris, bald durch Scheide-wände, äisseximenta, in Fächer, looulLinWts, oder loeull, abgetheiltmehrsächerjge Frucht, W. pluriloauluris. Die Stelle oder der Theil, woranin der Fruchthöhle die Samen befestigt sind, wird Samenträger, sxerinopborum,genannt, und dieser befindet sich entweder auf der innern Wand der Fruchthöhle wandständiger Samenträger, 8p. puristuls, wie bei der Erbse undResede, oder in der Achse der Höhlung mittelständiger Samcnträger,Lx. eentralö, der dann wieder im innern Winkel eines jeden Faches liegt, wiebei der Tulpe und der Garten-Nigelle, oder frei in der Mitte einer einfächerigen