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Die Botanik in ihren Grundbegriffen mit Rücksicht auf ihre historische Entwicklung / von Dr. Gottl. Wilh. Bischoff
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Botanik.

zellen selbst wieder zu mehreren von einem Sporcngehäuse umschlossen oder aufeinem Polster vereinigt sind, so erhalten sie den Namen Sporen schlauche^nsei oder tlieeao, wie bei Flechten, Kernpilzen, keräM- und Oeoxlossum-Arten.Daß es auch nackte, mit einer einfachen Membran versehene Sporen gebe, istwahrscheinlich, aber noch nicht mit Sicherheit nachgewiesen.

Die mancherlei Fortsätze und Anhängsel, welche der Oberhaut und derzunächst darunter liegenden Zellgewebsschicht angehören, und aus den verschie-densten Organen der Pflanze vorkommen können, bilden den Ueberzug oderdie Bekleidung, ioäumsntuw oder vestiilientnin. Dazu gehören die Haar e,pili, Borsten, setao, Stacheln, aeuloi, Drusen, xlnnäulLL , Warzen,verineae, und selbst manche ausgeschiedene und an der Oberfläche abgelagerteStoffe, wie der Mehlstaub, im-ina, der Duft oder Reif, grniim, u. s. w.

Ferner erhalten noch manche auffallende Abänderungen verschiedener Pflanzen-theile besondere Namen. Dahin gehören unter Anderen der Dorn, spinn, unddie Ranke, eiirus. Unter ersterm versteht man einen harten, stechenden, unterdem zweiten einen fadenförmigen, gebogenen oder gewundenen Theil, welchebeide aber nur veränderte Aeste, Blätter oder Blattnerven sind. Dornen be-sitzen z. B. der Schlehstrauch und Weißdorn; Ranken die Passionsblumen, derKürbis, die Erbse und Platterbse. Endlich werden noch die Elementar-Organe, oiALnu olemMtA'ia, unterschieden, d. h. die einfachsten, mit einereigenen Hülle versehenen Behälter, welche, in den meisten Fällen in Mehrzahlvereinigt, den Pflanzenkörper bilden. Das einzelne Elementar-Organ, welchesüberall mit einer eigenen Membran umgeben und dadurch, vollständig von denübrigen abgeschlossen ist, heißt Zelle, collnla. Außerdem unterscheidet mannoch das Gesäß, vns, welches aber kein einfaches Elementar-Organ, sondernaus einer Reihe übereinander gestellter Zellen mit durchbrochenen oder gänzlichfehlenden Scheidewänden zusammengesetzt ist und dadurch als eine einfache Röhreerscheint, deren Wand inwendig mit ring-, spiral-. oder netzförmigen Fasern über-klebet wird. Zellgewebe, lein oellulosn oder contextus eellulosus, im weiternSinne, heißt jede Vereinigung von vollständig geschlossenen Zellen zu einer größer»Masse; Gefäßbündel, tnseioulus vasoruw , eine bündelweise Vereinigung vonGefäßen und meist zugleich noch von langgestreckten, für sich abgeschlossenen Zellen,die sich als besondere Masse mehr oder minder deutlich von dem umgebendenZellgewebe unterscheiden läßt. Oberhaut, epiäermis, wird die äußerste, allePflanzentheile überkleidende Zellenschicht genannt, wenn sie einen von dendarunter liegenden Schichten verschiedenen Bau zeigt.

Wie für die verschiedenen Organe an sich, wurden auch für die mancherleiFormabänderungen und sonstigen Verhältnisse derselben von Liunck und seinenNachfolgern eine Reihe von Ausdrücken festgestellt, die jedoch manche Schrift-steller, zumal in neuerer Zeit, über Noth vermehrten, so daß das Bedürfnißeiner zweckmäßigen Vereinfachung der Kunstsprache täglich fühlbarer wird.

Eine Zusammenstellung der Kunstausdrücke gab Linn« zuerst in seinerIllülosoxbia-botanica." ktoeübolmlas st ^mstvlvilami 1791. (8s. Von späteren Schriften, welche dieKunstsprache ausführlich in deutscher und lateinischer Sprache abhandeln, sind unter Anderenfolgende zu nennen:Ik. 6. llaxus, Termini botauici ieonibus illustrati, oder botan. Kunst-sprache durch Abbildungen erläutert". Berlin. (4). l. Band, mit 50 illum. Knpfertafcln. 1807.2. Band, 14. Heft, mit 16 Kupfert. bis 1819.I. I. Römer, Versuch eines möglichst-vollständigen Wörterbuchs der botanischen Terminologie". Zürich, 1819. (8). -G.W. Bi schofflHandbuch der botan Terminologie und Systemknnde". Drei Bände. Nürnberg, 18331844. (4).Mit 77 lithogr. Tafeln.Desselben, Wörterbuch der beschreibenden Botanik, oder dieKunstausdrücke, welche zum Verstehen der phytographischen Schriften nothwendig sind. Lateinisch-deutsch und deutsch-lateinisch bearbeitet, alphabetisch geordnet und erklärt". Stuttgart, 1839. (8).