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Botanik.
6. Viclblumenblätterig e. kolyx st-rlas.
n. Staubgefäße oberständig. 8tLlüML 61»ssis. XII. Lxixstg.IsLe.
I>. „ unterständig. „ „ XIII. H^xoxstLleLS.
e. „ umständig. „ xeriß/oa. „ XIV. körixstslsi«!.
v. Getrenntgeschlechtige. „ XV. vtoliirLS.
Unter diese 15 Classen hat Jussieu die Familien oder s. g. natürlichen Ord-nungen vertheilt, deren er in seinem oben erwähnten Werke 100 annahm.
Zum Verstehen dieser an sich sehr einfachen Claffen-Ueberstcht ist nur nochFolgendes zu bemerken. Blumenblattlos, »Malus, nennt Jussieu jedenur mit einer Blüth en hülle, periKonimn, versehene Blüthe. Unter stän-dig, IiWOMm, heißt bei ihm die Einfügung, wenn bei freiem (oberständigem)Fruchtknoten die Staubgefäße oder die staubgefäßtragende Blume auf dem Frucht-boden oder unter dem Pistill stehen; umständig, perix/o», wenn sie aufeinem das Pistill umgebenden Kreise der Blüthendecke, d. h. auf Blüthenhülle,Blume oder Kelch befestigt find, wobei der Fruchtknoten frei oder mit derBlüthendecke verwachsen sein kann; oberständig, eMzum, wenn ste (wirklichoder nur scheinbar) auf dem Fruchtknoten oder Griffel angeheftet sind.
Die von Jussieu angenommenen Familien sind im Ganzen naturgemäßgebildet, auch größtenteils in einer so natürlichen Folge unter ihre Classen ge-ordnet, wie es bei einer Zusammenstellung in einfacher Reihe nur immer thun-lich war. Dazu kommt noch die leichte Uebersichtlichkeit der Classcn-Eintheilung;lauter Vorzüge, welche diesem Systeme auf längere Zeit eine allgemeine Auf-nahme, zumal in Frankreich, bereiteten. Aber ungeachtet seiner Einfachheitbietet dasselbe dennoch bei seiner Anwendung bedeutende Schwierigkeiten dar,wegen der zum Theil sehr unsicheren Begriffe der drei angenommenen Einfügungs-weisen der Staubgefäße und Corolle, besonders aber des perigynischen und epigy-nischen Verhältnisses. Dabei stößt man auf manche Folgewidrigkeit, welche Jussieuder Natürlichkeit zu Liebe bei Einreihung der Familien beging, und dieses, sowie die Nothwendigkeit der Bildung neuer Familien in dem Verhältnisse, wiedie Zahl neuentdeckter Gattungen sich vermehrte, wo sich dann bei Einreihungder ersteren unter die verschiedenen Classen die gleichen Schwierigkeiten zeigten,stehen der leichten Anwendbarkeit dieses Systems wieder sehr im Wege. Darumwurden nicht nur mancherlei Versuche zur Verbesserung desselben gemacht, sondern esentstanden auch eine Menge anderer s. g. natürlicher Systeme, von welchen aber diemeisten dem Jussieu'scheu an leichter Uebersichtlichkeit und Brauchbarkeit dochnachstehen. Nur zwei davon verdienen noch besonders hervorgehoben zu werden,da sie zur Grundlage von größeren, allgemein geschätzten phytographischen Werkendienen; es sind die natürlichen Systeme von De Candolle und Un ger.
Augustin Pyramus De Candolle (geb. zu Gens 1778, im Sterbe-jahre Linnä's), längere Zeit als thätiger Pflanzcnforscher in Paris, dann alsProfessor und Director des botanischen Gartens in Montpellier, zuletzt (seit1816) in gleicher Eigenschaft in seiner Vaterstadt lebend, wo er auch (im Jahre1841) starb, einer der ausgezeichnetsten Gelehrten unseres Jahrhunderts undder Besitzer eines ungeheuern, 70 bis 80,000 Arten enthaltenden Herbarium's,welcher fast in allen Zweigen der Botanik Rühmliches leistete, entlehnte bei sei-ner Classenbildung den obersten Eintheilungsgrund von den Verhältnissen desinnern Baues der Pflanzen, wodurch er zwei große Abtheilungen erhielt, näm-lich: Pflanzen mit Zellgewebe und Gefäßen versehen — Gefäßpflanzen,und Pflanzen ganz aus Zellgewebe bestehend, ohne Gefäße — Zellen pflanzen.Die ersteren, welche zugleich in ihrem Samen einen Keim mit einemoder mehreren Keimblättern besitzen, zerfallen nach der Art, wie die Gesäß-bündel in der Substanz des Stammes vertheilt sind, in zwei Classen: 1. Exo-