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Die Botanik in ihren Grundbegriffen mit Rücksicht auf ihre historische Entwicklung / von Dr. Gottl. Wilh. Bischoff
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Botanik.

Honiggrübchen bloße Anhängsel oder von einer eigenthümlichen, aussondern-den Zellenmasse eingenommene Stellen auf den verschiedenen Blatt-Organen derBlüthe sind.

Werfen wir noch einen Blick auf die Zahlenverhältnisfe und die gegenseitigeStellung der verschiedenen Formenkreise der Blüthe, so finden wir in Hinsicht bei-der dieselben Gesetze wieder, wie sie bei den Blatt-Organen der Vegetations-Or- 'gane sich zeigen. Wir sehen in manchen Fällen die nämliche Zahl durch alle Kreiseder Blüthe sich wiederholen, z. B. dreizählige Cyklen (^/z Stellung) bei den mei-sten Monokotyledonecn und bei lklleum, fünfzählige Stellung) bei lüiuuu,I^obnis, Oxnlls, wo jedoch die einzelnen Formenkreise oft einen doppelten, beiRüsuin (die Staubgefäße) sogar einen dreifachen Cyklus umfassen. In anderenFällen findet ein Steigen des Zahlcnverhältniffes von dem äußersten Kreise zu deninneren Statt, wobei entweder die Zahlenglieder der früher (bei der Blattstellung)erwähnten Progressions-Reihe sich regelmäßig folgen (z. B. bei Anlvu, fünf Kelch-blätter auf drei Blätter des Außenkelches, bei dlixella acht Blumenblätter auf fünfKelchblätter) oder ein und selbst mehrere Zahlenglieder übersprungen werden, z. B.bei llic-irm, auf drei Kelchblätter acht Blumenblätter Stellung), bei Ilolls-borus kootiäus, wo auf acht Blumenblätter Staubgefäße nach °"/s4 Stellung fol-gen. Von den Staubgefäßen aus tritt am Häufigsten wieder ein Fallen des Zah-lenverhältnisses ein und zwar ebenfalls bald in regelmäßiger Folge, wie bei 8am-duous und Lilsne, wo auf ^ Stellung der Staubgefäße die ^ Stellung derFruchtblätter folgt, bald mit Ueberspringung eines oder mehrerer Zahlenglieder,wie bei VMvtüus, wo zwei, bei Papilionaceen, wo sogar nur ein Fruchtknoten aufdie 2 /z Stellung der Staubgefäße folgt, u. s. w. Bei gleichgliederigen Cyklen finddiese mit wenigen Ausnahmen alternirend gestellt, bei ungleichen Zahlenverhältnissenkann aber natürlich keine Wechselstellung der einzelnen Glieder zweier FormenkreiseStatt finden, und in diesen Fällen, wo man früher nur Unregelmäßigkeit sahund diese meist durch Fehlschlagen erklären wollte, läßt uns die genauere Beach-tung der-Blattstellung, bei dem mannigfachsten Wechsel, überall eine schöne Ge-setzmäßigkeit erkennen und die verhältnißmäßig wenigen Fälle, wo ein wirklichesFehlschlagen von Blüthentheilen vorkommt, mit größerer Sicherheit bestimmen.

Das. vollkommen gebildete Pistill verschließt in der Höhlung seines Frucht-knotens eine einzelne oder mehrere Samenknospen oder Eichen, und derTheil oder auch die Stelle, woraus die Eichen entspringen, heißt Samenträ-ger. Dieser wird häufig nur von den verwachsenen Rändern der Fruchtblättergebildet, welche in dem einfächerigen Fruchtknoten auf dessen Innenwand einemehr oder minder vorspringende Leiste bilden — w andständiger Samenträger(bei Leguminosen, Reseäa), in dem mehrfächerigen Fruchtknoten aber alle zu-nächst um die Achse des letztem so liegen, daß in dem innern Winkel eines jedenFaches zwei eichentragende Ränder verbunden sind (bei Iris, Mgslln sativa).Manchmal nehmen die Eichen auch eine breitere Zone zunächst dem innern Randeder Scheidewände ein (bei lllsgonaria) oder die Scheidewände tragen in ihrerganzen Breite die zahlreichen Eichen und sind also zugleich die Samenträger (beikapaver und diupüar). Oft erhebt sich aber auch der Samenträger vorn Grundeeines einfächerigen Fruchtknotens in Form einer centralen Säule und trägt anseiner Spitze oder in seiner ganzen Länge die Eichen — mittelständig er Sa-menträger (bei krimula N^oäonäron), wo er ziemlich allgemein für das in dieHöhle des Fruchtknotens sich fortsetzende Ende der Blüthenachse gehalten wird,obgleich bei den Sileneen mancherlei Uebergänge aus dem die inneren Winkelder Fächer schließenden bis zu dem freien mittelständigen Fruchtträger vorkommen,die es wahrscheinlich machen, daß der letztere, wenigstens in gewissen Fällen, auch