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Botanik.
während an den übrigen Organen der. Pflanze-die unteren Blätter immer diezuerst erzeugten sind.
Soweit, wie sie hier beschrieben worden, sind Pistill und Eichen bereitsvor der Befruchtung entwickelt. Nach der Befruchtung bildet sich das Pistillweiter aus und wird zur Frucht hülle, indem außer der Vergrößerung auchmancherlei Veränderungen in der Gestalt und Konsistenz des Fruchtknotens, sel-tener des Griffels und der Narbe eintreten. Es kommen manche im Frucht-knoten nur leicht angedeutete Theile, zumal die Nerven der Fruchtblätter, deut-licher — als sogenannte N ä h t e, sntnrae, zum Vorscheine; Warzen, Haare undStacheln vergrößern sich, oder mancherlei Vorspränge, Riefen, hautartige Fort-sätze und Ränder (Flügel) bilden sich erst nach der Blüthezeit; eS entstehenKrümmungen und Windungen, die zum Theil noch gar nicht im Fruchtknotenangedeutet waren. Ebenso verändert sich häufig die Substanz der Fruchtblätter.An diesen lassen sich im Fruchtknoten in der Regel eine äußere, denselben über-ziehende, eine innere, die Fächer oder überhaupt die Höhlung desselben ausklei-dende Oberhaut und zwischen diesen eine Mittelschicht unterscheiden, welche zwaroft aus verschieden gestalteten Zellen besteht, aber doch selten scharf gesonderteLagen zeigt, und in welcher die Gefäßbündel, wo sie vorhanden sind, liegen.Während der Ausbildung zur Frucht trocknet nun entweder diese Mittelschichtein und wird, wo sie eine bedeutende Dicke hat, markig, schwammig oder leder-artig, oder sie bleibt saftreich und fleischig, oder ihre äußeren Zellenlagen wer-den durch Verdickung und Erhärtung der Zellenwände derb bis fast holzig,während nach innen ein saftiges Parenchym sich bildet, oder es tritt umgekehrteine Verholzung der inneren Zellenlagen ein, welche von fleischigem und saftigemParenchym umgeben werden, so daß sich in den beiden letzten Fällen vier Schich-ten in der Fruchthülle unterscheiden lassen, wenn nicht, was häufig geschieht,die innere Oberhaut mit in die Umänderungen des Parenchym's der Mittelschichtoder in die Füllmasse der Fruchthöhle — den Fruchtbrei — eingegangen ist,wie bei dem Kürbiß und der Gurke. Wo die vertrocknende Mittelschicht nureine sehr dünne Lage bildet, erscheint die Fruchthülle, wenn auch ihre beidenOberhäute nur aus dünnwandigen Zellen bestehen, blatt- oder hautartig undoft halbdurchsichtig (bei Oolntea); bleibt dabei die innere Oberhaut in ihremWachsthums gegen die äußere zurück, so spaltet sich die Fruchtschale in zweiLamellen, deren Zwischenraum entweder nur noch ein lockeres, fadiges Gewebeenthält (bei LMioopnos und ^selopius s^riuea), oder bloß mit Luft erfüllt istund bei mehrfächerigen Früchten durch die Scheidewände in leere Fächer getheiltwird, welche außerhalb der samentragenden Fächer liegen und von diesen ebendurch die innere Oberhaut getrennt sind (bei bliKsIIa äawasesnn). Die im Frucht-knoten vorhandenen Scheidewände bilden sich ebenfalls auf verschiedene Weiseaus, indem sie zwischen ihren beiden, von der innern Oberhaut der Fruchthüllegebildeten Schichten eine dünnere oder dickere Lage der Mittelschicht aufnehmen,von deren Beschaffenheit dann auch größtenteils ihre verschiedene Konsistenzabhängt. Doch ist die Ausbildung der Fächer und, ihrer Scheidewände von dervollkommenen Ausbildung des Eichens zum Samen abhängig; denn wo dieseunterbleibt, bleiben auch jene in ihrer wettern Entwickelung zurück und werdenoft bis zur Fruchtreife ganz unkenntlich, so daß dann die ausgebildete Fruchteines Mehrfächerigen Fruchtknotens nur noch einfächerig erscheint (wie bei tzner-6U8, (büxus und OastallSÄ.). Dagegen bilden sich aber auch in manchen einfä-cherigen Fruchtknoten bis zur Fruchtreife Querscheidewände, wodurch die Fruchtin übereinanderliegende, einsamige Fächer abgetheilt wird, die gewöhnlich voll-ständig mit einer innern Oberhaut ausgekleidet sind und sich häufig bei der Reife