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Berns Geschichte 1191-1891 : Festschrift zur 700-jährigen Gründungsfeier / Wolfg[ang] Friedrich von Mülinen
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Christophelthurm (1864). In der nun eingeschlossenen Neueustadt,au Stelle ungefähr des Standesrathhauses an der heutigen Zeug-hausgasse, lag auch das Hans der Anna Seiler, das sie 1354zu einem Spital vermachte.

Zu dieser Zeit hatte Bern auch eine innere Krisis zu bestehen.Wie im Jahr 1294 die Zünfte, wiewohl vergeblich, es versucht,sich der Regierung zu bemächtigen, so geschah ein Gleiches nachdem Laupenkrieg. Dießmal wurde das Unheil nicht so leicht ab-gewendet.

Es ist daran zu erinnern, daß zu jener Zeit die Bubenbergdie Regierung in den Händen gehabt; darnach, ungefähr 20 Jahrelang, bekleideten Kourad und Lorenz Münzer das Schultheißen-amt. Von 1319 an fast ununterbrochen bis 1350 waren wiederdie Bubenberg obenan. In diesem Jahre traten sie von derRegierung zurück. Warum und wie es geschah, davon sind wirnur mangelhaft unterrichtet. Später hieß es, der SchultheißJohann von Bubenberg sei als ein Miethling des Rathes ent-setzt und auf ewig verbannt worden. Diese Nachricht muß aufeiner Verwechslung beruhen. Bubenberg und die Freunde seinerRegierung waren mit einer hochgehenden zünftischen Bewegungin Zwiespalt gerathen, und vermuthlich um einen Bruch zu ver-meiden, freiwillig aus dem Amte geschieden. Aber sie behieltendoch den Sieg. Nach 14 Jahren, heißt es, seien sie im Triumphvon Spiez nach Bern geführt worden; der jüngere Johann vonBubenberg wurde 1364 zum Schultheißen erwählt.

Der Sturm der Zünfte war abgeschlagen, „Briefe, zünftezu weren" wurden erlassen und sollten jährlich verlesen werden.In einem derselben wird der Grund angegeben, weßhalb manvon den Zünften nichts wollte: „weil wir oft und wohl gesehenhaben, daß wo Handwerksleute unter sich selbst Gelübde undSatzungen halten, daß da Zwiespalt und Zünfte in den Städtenentstanden, das aber guten Städten großen Schaden bringt,und weil unsere Vordern sich von solcher Zünfte Zwiespalt