4 7
Schon hatte eine Bande unter Arnold von Cervola den Elsaßheimgesucht. Ein wahres Gesinde! von Mördern und Räubernhatte sich zu ihnen eingefunden. Man wußte, was einem vondiesen „Engländern" (nach dem englischen Krieg) oder „Guglern"(nach ihren hohen Hüten so genannt) bevorstand.
Solche zuchtlose Schaaren warb Jngelram von Couch; dazuaber bestellte er tüchtige Hauptleute, so den Engländer Eynion,genannt Jvo von Wales.
Herzog Leopold wagte nicht ihnen entgegenzutreten, er ver-legte sich auf ein anderes Mittel, sie abzuwehren, er ließ all'sein Land so verwüsten, daß der Feind nichts mehr daraus ziehenkonnte, ärger als dieser es selbst gethan hätte. Aber doch erbater von den Eidgenossen Hülfe. Diese waren getheilter Meinung.Die Schwyzer verlangten, daß Oesterreich dafür auf Zug verzichte.Zürich und Bern aber, das die Gugler bald an seinen Grenzenhatte, verschmähten es, aus Leopolds Unglück Vortheil zu ziehenund versprachen, auch im Namen Luzerns und Solothurns, Hülfe.
Wahrscheinlich im Einverständniß mit dem Bischof Johannvon Basel war Couch im November 1375 ungehindert bis überden Jura gedrungen. Nach der Zerstörung von Waldenburg rückteer durch die Clus zur Aare und zog die detaschirten Truppenan sich. Dann ergoßen sie sich in den österreichischen Aargau.Wohl hatten die Eidgenossen ihre Hülfsmannschaften aufgeboten;im Glauben, daß man doch unvermögend sei, wurden sie vonOesterreich wieder entlassen. Des offenen Landes war Couchleicht Meister geworden; schwerer hielt es, die Burgen und Städteeinzunehmen, da ihm der nöthige Belagerungspark fehlte. Sohatte Büren den Sturm der Belagerer abgewehrt; Graf Rudolfvon Nidau aber, der die Vertheidigung leitete, siel im Kampfe,der Letzte seines Hauses.
Die Klöster hatten besonders von den Engländern zu leiden.Couch selbst hatte in St. Ilrban, Jvo von Wales in FraubrunnenQuartier genommen. Ihre Truppen hausten überall fürchterlich.
!