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Berns Geschichte 1191-1891 : Festschrift zur 700-jährigen Gründungsfeier / Wolfg[ang] Friedrich von Mülinen
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Schwärmerei und wie mehrere Glieder seiner Familie zu Schwer-muth neigte.

Zur Osterzeit des Jahres 1723, als alle Landvögte derWahlen halber sich in Bern befanden, versammelte er sein Regi-ment, als ob es eine Musterung gelte, und rückte mit ihm am! 31. März in Lausanne ein. Angst erfüllte die Bewohner, die nicht

i wußten was geschehen sei, und eilig versammelte sich der Rath.

Auch Davel gieng zum Rathhaus. Zweien seiner Bekannten, demSecketmeister Milot und dem Controleur de Crousaz, die erbesonders sprach, theilte er sein Vorhaben mit. Verwundert ver-nahmen sie, er sei zu ihrer Befreiung gekommen. Den Bernernsollte ein Manifest, das er verfaßt hatte, das Ende ihrer Herr-schaft über die Waadt ankündigen. Die beiden Räthe giengen in; die Versammlung zurück und verpflichteten diese eidlich zur Treue

! gegen Bern und zur Verschwiegenheit; erst dann machten sie von

! dem Gehörten Mittheilung, die Davel noch ergänzte. Aber der

I Rath von Lausanne war weit entfernt, seinem Landsmann zu

! helfen, er beschloß vielmehr das Gegentheil,j Milizen wurden einberufen, Davels Truppen zerstreut ein-

! quartiert, er selbst scheinbar freundlich unterhalten. Einem Bericht,

> den man am gleichen Tage nach Bern sandte, ließ man alle bei

i Davel vorgefundenen Papiere folgen. Tags darauf wurde er

^ Verhaftet. „Ich sehe wohl, sagte er, daß ich das Opfer des Unter-

j nehmens bin, aber ohne Nutzen wird es für mein Vaterland

^ nicht bleiben."

i Während dessen war die Nachricht nach Bern gekommen, wo

i man im Glauben, es handle sich um eine große Verschwörung, die

! nöthigen Rüstungen anordnete. Der Ton des Manifestes Davels

i durfte keck scheinen: „Ihr müßt Euch selbst überzeugen, daß Ihr

! durch Eure Ungleichheit, Anmaßung und tyrannische Regierung

^ die Herrschaft der Waadt verwirkt habt, die fortan keine Befehle

Von Euch mehr annehmen will. Die Brücke von Gümminen sollkünftig Eure Grenze sein, da wir Euch nicht in Eurer Haupt-