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Berns Geschichte 1191-1891 : Festschrift zur 700-jährigen Gründungsfeier / Wolfg[ang] Friedrich von Mülinen
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stadt angreifen wollen, obgleich Eure Schwäche und Unvorsich-tigkeit mir bekannt genug ist," u. s. w.

Viele der folgenden Klagen und Vorwürfe hatten, wie derSchultheiß Christoph Steiger erkannte, ihren guten Grund —die Käuflichkeit und unwürdige Besetzung der Stellen, der strengeBezug der Bußen, die unnöthige Vermehrung von theuren Pro-cessen, die Starrheit der Kirche — aber mit einem Male ließsich ihnen nicht abhelfen.

Der Welschseckelmeister Johann Ludwig von Wattenwylmußte sich sofort in die Waadt begeben. Doch stellte sich baldheraus, daß die Truppen den Zweck ihres Marsches nach Lausannenicht gekannt, ja daß Davel überhaupt keinen einzigen Mitver-schworenen hatte. Da er allgemein geachtet und beliebt war,hoffte man, er werde seine That bereuen, um einem mildernUrtheil entgegensehen zu können. Er blieb fest. So verurtheilteihn der Rath von Lausanne, der Rath seiner Landsleute, zurAbhauung der rechten Hand und nachfolgender Enthauptung.Der Große Rath von Bern aber, dem das Urtheil zur Bestä-tigung vorlag, verfügte, das Abhauen der rechten Hand solle unter-bleiben. Ueberzeugt, nach dem Willen Gottes gehandelt zu habenund daß sein Thun doch von Nutzen sei, gläubig und gefaßt,betrat Davel am 24. April das Blutgerüst.

Es scheint, daß auch in dieser Angelegenheit der französischeGesandte die Hand im Spiele hatte, wie im Vilmergerkriege.Ueberhaupt fehlte es während des ganzen Jahrhunderts nicht anReibungen und als Frankreich am Genfersee in Versoix angeblichHafenarbeiten ausführen ließ (1769), erkannte man den wirklichenZweck, die Anlage einer Festung, nur zu wohl. Es wurdeEinsprache erhoben und die Weilern Arbeiten unterblieben. Trotzsolchen Mißhelligkeiten kam einige Jahre darauf, 1777, einerneuerter Bund mit Frankreich zu Stande, der letzte, der mitder alten Krone geschlossen ward.