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von Steiger sich zum Rathhaus begab, sagte er zu einem Freunde:„Das Alles wird uns nicht retten. Noch ist es um eine Förm-lichkeit zu thun und dann begleiten wir einander, wohin unsPflicht und Ehre rufen."
Die Räthe behandelten die Auflösung der alten und die Ein-setzung einer neuen Regierung. Ein Deeret zur Bildung einerprovisorischen Regierung des Standes Bern wurde angenommen.Dann herrschte tiefe Stille im Saal. Der edle Schultheiß stiegvon seinem Sitz herunter und schritt der Thüre zu. Da wandteer sich noch einmal um, blickte noch einmal auf die Versamm-lung, auf die gestürzten Regenten des alten Bern, in den Saal,wo Jahrhunderte lang der mächtige Stand regiert worden war.Die Räthe alle hatten sich erhoben. Schweigend, tief trauernd,verließ der Schultheiß den Saal.
In der That halfen die neuesten Beschlüsse, die Maßregelnder verblendeten Friedenspartei, nichts. Brune theilte mit, daßdaß er der Bestellung der neuen Regierung, deren Präsident KarlAlbrecht Frisching ward, mit einigen Truppen beiwohnen werde.Lehnte sie dies auch ab, so setzte sie die Unterhandlungen mitihm doch noch fort und untergrub dadurch das Vertrauen dereigenen Truppen, setzte sie noch fort, als die Kämpfe schon be-gonnen hatten.
Nach dem Fall von Freiburg hatte der bernische linke Flügelsich auf die Linie Aarberg, Gümminen, Laupen zurückgezogen.Ebenso hatte die Besetzung Solothurns durch Schauenburg aufdie Stellung des rechten Flügels gewirkt und seine Auflösungzur Folge gehabt. Die Lage des Generals von Erlach wurdeimmer trostloser. Von Bern erhielt er die unglücklichsten Wei-sungen, seine Truppen glaubten sich verrathen. Der Regierungs-wechsel in Bern erschütterte den Muth der Truppen noch mehr.Proclamationen Brunes, der die Berner aufforderte, ihr tyran-nisches Joch abzuschütteln, halsen an dem Zersetzungswerke mit.Einige urschweizerische Mannschaft war da; auf diese war wenig