Band 
Erster Band.
Seite
72
JPEG-Download
 

72

Einleitung.

6000 Landsknechte zu Hülfe gegen den König von Frankreich.Diesem waren 8000 Eidgenossen ohne Erlaubniß ihrer Obernzugelaufen, und wurden sowohl als die französischen Truppenvon Ludwig la Tremouille angeführt, dessen Feldherrntalentin seinem 27. Jahre sich schon bei St. Aubin -du -Cormier be-wiesen, wo er den 28. Heumonat seine Feinde vollkommenschlug und den Herzog von Orléans, so wie auch den Prinzen vonOranien gefangen nahm. 51 ) Bald ward der Frieden hergestellt;aber schon im Herbstmonat starb der Herzog von Bretagne.Dieser Tod veranlaßte im französischen Kabinet die Berathung,ob man solle das Herzogthum Bretagne durch Gewalt derWaffen oder durch die Heirath des Königs mit der Erbin vonBretagne, der ältesten Tochter des verstorbenen Herzogs, anFrankreich bringen. SI ) Diesem Projekt stellte sich zwar die großeSchwierigkeit entgegen, daß Karl versprochen war mit der Tochterdes Königs Maximilian, die wirklich am französischen Hofe war,um dort erzogen zu werden; hingegen war die Herzogin vonBretagne an den König Maximilian versprochen seit dem Todseiner Gemahlin, Maria von Burgund. Man zog denletzter» Weg vor. Dieser Entschluß des französischen Hofes,der mit Sicherheit den Krieg mit Maximilian voraussehen ließ,mag den Hof bewogen haben, im Frühjahr 1489 den Antonvon Lameth in die Schweiz zu schicken, theils um die Vereinigungder Eidgenossen mit dem König Maximilian zu verhindern und

Anöhclm 11. 4 Stettlcr 1. 302. Zurlauben IV. 60. May V. 51 sprichtvon einer Tagsatzung, die in Bern gehalten wurde, und die dem König8000 Mann bewilligte, was ganz unrichtig ist. Der Herzog Ludwigvon Orléans soll von einem Hauptmann Späting von St. Gallen ge»fangen genommen worden sein, der ihn nicht erkannte, den aber dieFranzosen um ein geringes Geld einlösten und mit schönem Gewinndem König überlieferten. AnShelm I. 337. Leu führt dieses Geschlechtals ein bcrnischcs an.

") Mc/.eray V. 37.