HO
Einleitung.
es sich gezieme, mit ihm, alö dem besten Freund, Mitleiden zuhaben. Die übrigen Gesandten wollten sich noch zu nichts ent-schließen, hofften aber, ihre Obrigkeiten werden sich nicht vonden übrigen Orten trennen. 97 JDen 2. Christmonat wurde ein neuer Tag zu Freiburg abge-halten, an welchem die katholischen Orte nebst Appenzell einebesondere Konferenz hielten, worin viel gesprochen wurde, daßman dem König erklären solle, wenn er Religion ändern oderdie Beschlüsse des Conciliums von Trient nicht halten würde,man den Bund nicht weiter halten könnte. Das größte Hinder-niß war das Begehren des Königs, daß der Bund bis 12Jahre nach seinem Tode dauern solle. Die Dauer desselbenwurde auf 7 Jahre festgesetzt, und hierauf bewilligten die siebenkatholischen Orte ihren Beitritt, die französischen Ambassadorenaber drangen darauf, daß sie Basel, Schaffhausen und Appen-zell auch zu dem Beitritt einladen. 9S )
Zürich, Bern und Rothwil blieben dem Bunde fremd, Roth-wil, weil es zum römischen Reich gehöre, dessen Glieder nachihren Gesetzen alle Freiheiten verlieren, wenn sie ohne Vor-wissen des Reichs sich mit einem fremden Fürsten verbinden,und wenn das Reich in einen Krieg mit Frankreich verwickeltwürde, so könnte es in den Fall kommen, beiden kampfführendenMächten Truppen liefern zu müssen. ")
An der nämlichen Tagsatzung, schon den 7. Christmonat 1564,wurde der Bund mit Frankreich von den nämlichen Kontrahenten,welche ihn mit Heinrich H. abgeschlossen hatten, ausgefertigt,und ihnen schloß sich noch Viel an. Die Sitte, welche unter Heinricheingesührt wurde, daß ein Eremplar in lateinischer und einanderes in deutscher Sprache sollte ausgestellt werden, wurde
57 ) In der lncernischen Abschiedesammlung.
»») A. a. O.
*>) Königlich würtkinbergischeS Staatsarchiv. Latula L, fascic. I. XXVIII, 30.