Band 
Erster Band.
Seite
137
JPEG-Download
 

Wirkungen dieses Bundes. 167

und Savoycn nie die Stimmenmehrheit in der Schweiz erhieltenund daß die Eroberungspläne von Savoyen, die von Spartenund verrätherisch selbst von den katholischen Kantonen unter-stützt wurden, nie irgend einen Erfolg hatten. Dieser Zeitraumzeichnet sich auch dadurch aus, daß, mit wenigen Ausnahmen,die Eidgenossen von Frankreich mit Achtung und Freundschaftbehandelt wurden, als eine Nation, welche sie verdienten durchihre Treue, Anhänglichkeit, Rechtlichkeit und Tapferkeit. Hin-gegen genoß Frankreich überhaupt große Vortheile schon durchden Handel der Schweizer, welchen sie mit Amerika trieben,der die Meerhäfen Frankreichs bereicherte und durch den Tran-sit dem ganzen Lande Nutzen gab. Selbst die Konkurrenz derschweizerischen Leinwand war für Frankreich vortheilhaft, wasam deutlichsten sich dadurch beweist, daß während dieser Zeitdie Fabrikation der Leinenstoffe in Frankreich immer zunahm,so wie deren Ausfuhr. Die Könige aber hatten einen wesent-lichen Vortheil von ihrer Verbindung mit der Schweiz, weil siemit der Hülfe dieser in Europa vorzüglichsten Infanterie dieäußern und innern Feinde besiegen und ihrem Zweck sich immernähern konnten, das Feudalsystem zu zernichten.

Von nun an bis zum Jahr 1715 war nun Frankreich wiedermit allen Kantonen der Schweiz verbunden, und die Schweiz,obschon sie noch zwei Bürgerkriege und viele Mißhelligkeiten, die inihr auftauchten, zu bestehen hatte, so bildete sie doch gegenübervon Frankreich einen zusammenhängenden Staat.

Die Zuneigung, welche Heinrich IV., ungeachtet seiner An-nahme der katholischen Konfession, für die Hugenotten beibe-hielt, so wie auch für die Reformirten in andern Staate», mußtenothwendig die Abneigung, sich mit ihm zu verbinden, ver-mindern und wirklich hatte selbst Zürich ihm schon im Jahr1605 eine Koinpagnie Infanterie bewilligt, als er zwei Regi-menter in der Schweiz anwerben ließ, sich gegen die Plane