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Buch I. Kapi tel l.
sammelten sich am Ende des Jahres 1690 Truppen auf denGrenzen der Grafschaft Neuenburg und die Gerüchte von einer 'bevorstehenden Veränderung der Herrschaft gewannen immermehr Glaubwürdigkeit.
Diese Gerüchte mußten nothwendig Bern sehr beunruhigen;denn wenn Frankreich Neuenburg besäße, so könnten Frei-burg, Bern und Solothurn gleichzeitig besetzt und die ganzeromanische Schweiz von der übrigen getrennt werden.
Bern versuchte nun Alles, dieses zu verhindern. Zuerst bemühteman sich, die Aufnahme Neuenburgö in den eidgenössischen Bundzu bewirken, was aber mißlang; dann erneuerten die beidenStädte ihr Bürgerrecht, was seit 1616 nicht mehr stattgefundenhatte, und die Grafschaft Valangin erneuerte auch ihr Schutz-recht von 1475 mit Bern und das Bürgerrecht mit Bern,Lucern, Freiburg und Solothurn.
Der Abbö von Orléans-Longueville starb den 25. Jänner1694 und mit ihm erlosch dieses Haus. Maria von Orléans,Herzogin von Nemours, und der Prinz von Conti stritten nunmit einander, welchem von Beiden die Grafschaft Neuenburgzufallen solle, und der König begünstigte sichtbar den Prinzen. 10 )
Er sandte seinen Minister, den Markis von Torcp, ")>zu derHerzogin von Nemours, sie zu überreden, dem Prinzen vonConti die Nachfolge zuzusichern, in welchem Fall er ihr den
»») Franz Ludwig, Prinz von La - Roche auf Ion und von Conti, war Neffedes großen Condö, ebenfalls ein ausgezeichneter Mann, der viel seinemOheim glich, und von einer Parte! zum König von Polen gewähltwurde, aber nie diesen Thron bestieg. Biographie univ. de Michaud.
»>J Dieser Markis von Torci war Karl Colbert, Markis von Croiffp, Bruderdes großen Colbert und Vater von Joh. Baptist Colbert, Markis vonTorcp, Croissp, Sable, BoiS« Dauphin, Graf von Labarre ic., der nachdem Tode seines Vaters gemeinschaftlich mit seinem Schwiegervater,Markis von Pomponne, und nach dessen Tode lt»!>9 allein die aus-wärtigen Geschäfte besorgte. Petitot Bd. LXVII. depuis Henry IV.Notice S. 7 und s.