Evangelische Konferenz in Langenthal. 203
seine heftigen Drohungen zu entkräften, habe man sie lächerlichdarstellen müssen, was ihn sehr beleidigt habe.Unterdessenschlug die mit der neuenburgischen Angelegenheit beauftragteKommission zu Bern am 28. Weinmonat vor, die vier vomGrafen Mctternich vorgeschlagenen Punkte zu bewilligen, jedochmit dem Zusatz, daß Zürich solle eingeladen werden, nebst dembernischen auch einen Gesandten an den Ambaffador zu schicken,und daß man allen Orten und Zugewandten Kenntniß gebe vonden neuenburgischen Zuständen. ")
Da die Gefahr immer drohender und rasches Handeln nöthigerwurde, so berief Bern die evangelische Konferenz auf den II.Christmonat 1707 nach Langcnthal. An derselben mangelte Ap-penzell; die übrigen evangelischen Orte Zürich, Bern, Glarus,Basel, Schaffhausen, nebst den beiden Städten St. Gallen undViel, waren repräsentirt. Der Venner Willading und RathsherrAbraham Tscharncr stellten vor, nachdem die Berner wohl vor-gesehen, daß bei Auslvschung des Stammes von Longueville sichStreit erheben möchte zwischen den hohen Prätendenten wegender Souveränität der neuenburgischen Staaten, so haben sie beidiesem Anlaß zwei Deputirte nach Neuenburg geschickt zur Ver-wahrung des Bürgerrechts; aber der französische Ambaffador habevermeint, sie wären bestimmt, heimlich die Nachfolge zu unter-handeln und deßwegen ihnen wissen lassen, dieses stehe alleinden Tribunalien des Landes zu und der König werde sich auchnicht darein mischen. Dieses haben sie auch den hohen Präten-denten eröffnet und erklärt, daß auch sie Alles der Entscheidungder Tribunalien des Landes überlassen, wie sie auch schon frühersich erklärt haben, wegen des Streites über den Vorrang zwischendem Prinzen von Conti und dein Grafen von Mettcrnich, wor-
Ex. Bd. V. S. 214.") fix. Bd, V. S. 236.