Note der englischen und holländischen Gesandten. 21t
räumen müßte. Alle diese Betrachtungen, Hochmächtige Herren,hätten uns überzeugt, daß Frankreich ein schon an sich so ge-fährliches Unternehmen nicht wagen dürste.
„Indessen zeigen uns alle seine Schritte, daß wir nicht mehrzweifeln dürfen, daß Frankreich es auf das Äußerste wird an-kommen lassen. Alle Berichte aus Frankreich zeigen es unsan. Die Annäherung seiner Truppen und die Menge Infan-terie, die in die Freigrafschast eingerückt ist, wo man frühermeistens Reiterei überwintern ließ; die Lebens- und Kriegs-vorräthe, welche auf den Grenzen von Neuenburg aufgehäuftwerden; die Bemühungen des Herrn Markis von Puisieur, dieevangelischen Kantone von Ihrem Interesse zu trennen und siezu vermögen, Sie zu verlassen; die Antwort, welche er denDeputirtcn der löblichen evangelischen Kantone gab, in welcherer so alte Bündnisse als angebliche (prétendues) benennendarf; die Freiheit, die er seinem Herrn, dem König, zuschreibt,daß er das Neuenburgische angreifen dürfe, einen Theil derSchweiz, ohne daß es, nach ihm, Ihre Ruhe trüben sollte; dieverächtliche Art, mit der er von Ihren Mitbürgern spricht;der Abschlag, den er gab, in eine Neutralität sich einzulassen,welche Frankreich von der Seite von Neuenburg hätte sicherstellen sollen, alles Dieses beweiset Ihnen genugsam, daß dieseMacht sich hinreißen läßt, die Leidenschaft eines Ministers zutheilen, der sich in Neuenburg beschimpft hat durch so übelangewandte Drohungen, welche er nun unterstützen will. Ebenso sehr wirken die Anstrengungen, welche die verschiedenen Prä-tendenten auf Neuenburg anwenden, die Regierung von Frank-reich zu bewegen, ihre Absichten zu unterstützen. Man kann es
") Dieses Wort kam in dieser Zeit in der diplomatischen Sprache auf, znrBezeichnung einer Schutzwehr eines Landes oder Festungen, die zwischenzwei Nachbarländern lagen.