Band 
Erster Band.
Seite
276
JPEG-Download
 

27 «

Buch >. Kapitel »I.

befürchte ein schweres Gewitter, da er höre, daß eine Brückeüber den Rhein bei Hüningen sollte gebaut werden.

Die eidgenössischen Gesandten, denen die verschiedenen Vor-schläge unerwartet kamen, beschlossen nun, Alles bei Hause zuberichten; allein den Antrag des Markgrafen nahmen sie in Be-rathung, weil es ihnen schien, es wäre für die Schweiz sehrvortheilhaft, wenn seine Lande könnten der schweizerischen Neu-tralität einverleibt werden, weil dadurch die Waldstätte 21 ) unddie Zufuhr des Korns gesichert würden. Die Taghcrren begehrtendaher von dem Abgeordneten des Markgrafen ein Memorial,welches sie den Mächten ' übersenden und bestens empfehlenwürden. Die Tagsatzung hatte für sich selbst auch die Neutralitäterklärt und gab sowohl dem Grafen von Trautmannsdorf alsauch dem Markiö von Puisieur ein Memorial ein, in welchemdie sie Anerkennung ihrer Neutralität und die Aufnahme derWaldstätte und der obern Lande des Markgrafen von Badcn-Durlach in dieselbe dringend empfahlen. Der Graf von Traut-mannsdorf versprach, dieses Begehren an seinen Hof zu befördern;der Markiö von Puisieur aber erwiederte an dem nämlichenTag, an welchem er dieses Memorial erhielt, den 11. Mai 1701von Solothurn:

„Er wisse nicht, ob ihre Vorsorge wegen der Waldstätte nichtzu voreilig sei, und könne ihre Besorgnisse nur dem zuschreiben,daß der kaiserliche Minister, Herr von Trautmannsdorf, ihnensolche unbegründete Vorstellungen gemacht habe. Er wisse nochvon keinem Krieg; der Rpßwicker Frieden sei noch in vollerKraft. Der König, sein Herr, erkläre es offen, im Angesichtvon ganz Europa, daß er denselben auf das Genaueste befolgenwolle. Se. Majestät gebe genugsam seinen aufrichtigen und heiligenVorsatz für Erhaltung des Friedens und der Ruhe zu erkennen.

’») Unter diesem Namen verstand man die Städte Rhcinfelden, Lauffenburg,WaldShut und Seckingen, die ehemals zum Schwarzwald gezählt wurden'