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Erster Band.
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Buch I. Kapitel ».

' auswärtigen Angelegenheiten, von Pomponne, war schon 1699gestorben, und das ganze Gewicht der äußern Angelegenheitenlastete auf dem Markis von Torcy, Neffen des großen Colbert,der eine große Geschäftserfahrung und Gewandtheit, aber auchviel List besaß; hingegen geht aus seinem Leben nicht hervor,daß er größere Ansichten hatte, sondern vielmehr nur die Talente,welche nöthig waren, die laufenden Geschäfte mit Geschicklichkeitzu führen. Man bemerkt, daß bei allen früheren Kriegen Lud-wig's mehr Vorsicht angewendet wurde, zum Voraus sich Ver-kündete zu verschaffen und die benachbarten Mächte abzuhalten,die Feinde des Königs zu unterstützen. Es wäre vielleicht mög-lich gewesen, durch einige Nachgiebigkeit gegen England undHolland den Krieg nur auf Österreich zu beschränken. Frank-reich hatte beim Beginn des Sukzessionskriegeö keine anderenVerbündeten als den König von Portugal, den Herzog von Sa-voyen, einige kleine Fürsten Italiens, den Papst, den Kurfürstvon Baiern und seinen Bruder, den Kurfürst von Köln. DerHerzog von Braunschweig-Wolfcnbüttel, von Sachsen-Gotha undder Bischof von Münster fielen bald ab. Zu der Kanzlerstelleward der frühere Finanzminister Pontchartrain befördert undChamillard mit den Stellen eines Kriegs- und Finanzminiftersüberladen. Ludwig selbst war schon in sein 63. Jahr vorge-rückt, und geschwächt durch seine Ausschweifungen hatte er wederdie nämliche Thätigkeit, noch die nämlichen Kräfte wie früher,ohne sich dieser Abnahme bewußt zu sein. Schon den 6. Hor-nung 1701 ließ er durch Überraschung die spanischen Barriere-städte Namür, Luremburg, Mons, Charlcroi, Oudenarde, Nieü-port, Ostcnde, Ath und Brüges besetzen und die dort garnisoni-renden 22 Bataillone holländische Truppen gleichsam ' gefangennehmen. Er konnte es dadurch erzwingen, daß England undHolland den Herzog von Anjou als König von Spanien aner-