Das Toggenburger Geschäft von St. Saphvrin geschildert. 115
weit entfernt, seine Kräfte zu verstärken, dieselben vielmehrschwächen, wegen der geringen Achtung, die man dafür zeigenwürde; überdieß würde er dem Feinde Mittel an die Hand geben,durch Erregung von Furcht vor dem Reiche und dem erlauchtenösterreichischen Hause die Schweizer zu einer Verbindung mitFrankreich zu bewegen. Er habe beigefügt, wenn der Baron diesenSchritt thäte, so würde er Frankreich mehr nützen, als alle seineAmbaffadoren in langen Jahren nicht hätten thun können, daman schon lange her ihren Einflüsterungen gegen das erlauchteHaus Österreich keinen Glauben mehr geschenkt habe, was dannaber geschehen würde. Endlich habe er ihm gesagt, daß er durchdiesen Schritt die Gemüther gegen seinen Herrn erbittere, ihndem Haffe der ganzen Schweiz preisgebe, und die für seinenHerrn am besten gestimmten Kantone zwingen würde, die schärf-sten Maßregeln gegen denselben zu nehmen, anstatt daß man inBern sehr geneigt sei, ihn auf ehrenhafte Art aus der Verle-genheit zu ziehen, wozu auch der größte Theil der Zürcher stim-men würde. St. Saphorin berichtet ferner, als er nachher inWien gewesen, habe er dem Baron von Saylern über diesesGeschäft umständlichen Bericht erstattet, welcher ganz auf seineGrundsätze und Meinungen einzugehen geschienen. Er wisse nurnicht, ob der Graf von Trautmannsdorff ihn auf andere Ge-sinnungen gebracht habe, oder ob er auf seine eigene Faust hinso handle. Aber das sei gewiß, daß man sich sehr bloß gestellthabe, daß die Gemüther sehr aufgebracht und voll Mißtrauenseien, und daß die Lage des Abts sich sehr verschlimmert habe.Das große Übel bestehe darin, daß man nie auf Anhänglichkeitder katholischen Kantone für den Kaiser rechnen.dürfe, so langeFrankreich Geld auszutheilen habe, und daß, während man vondiesen nichts zu hoffen habe, man die Evangelischen, welche inder Schweiz die Gegenpartei gegen Frankreich bilden, zurück-stoße, welche wegen einer Sache, wo man sicher den Abt aus