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Buch II. Kapitel II.
der Verlegenheit gezogen hätte, wenn man mit Mäßigung zuWerke gegangen wäre. Dann fährt St. Saphorin fort:
Der Herr Graf von Trautmannsdorff sei zum Prinzen Eugengereist, wahrscheinlich wegen der nämlichen Projekte, die er schonletzten Herbst hätte vollziehen sollen; da er aber über St.'Gallengegangen sein soll, so glaube man in Zürich, daß diese Reiseauch zu Gunsten des Abtes von St. Gallen und gegen Zürichgerichtet sei; denn wenn Jemand verdächtig sei, so vermutheman in jedem seiner Schritte böse Absichten. Dieses Mißtrauensei aber um so unzeitiger, da, wie er schon Sr. Durchlaucht ineinem frühern Schreiben berichtet habe, eine besondere Kommis-sion niedergesetzt worden sei, um zu berathen, wie man die Frei-grafschaft und das Elsaß den Feinden entwinden könnte. Ausdiesen Beschlüssen aber ließe sich großer Nutzen ziehen für dieProjekte, die man auf die Freigrasschaft haben möge; aber ergestehe Sr. Durchlaucht, daß es ibn sehr schmerzen müsse, daßman ohne Nothwendigkeit das Zutrauen von Leuten, die bei sovielen Gelegenheiten nützlich sein könnten, zurückweise, und daßman alle Grundsätze umstoße, die er gegen die Vorspiegelungenund die Schleichwege der französischen Agenten in ihnen regegemacht habe.
Schon dieser Auszug aus dem Schreiben von St. Saphorinzeigt, wie der Baron von Thurn und der Graf Trautmanns-dorff immer darauf ausgingen, die Stift-St. Gallischen Landeals ganz zum Reich gehörend zu behandeln, während St. Sa-phorin das gute Vernehmen zwischen Österreich und den evan-gelischen Ständen zu erhalten suchte. Sie konnten daher nichtgut harmoniren; wir sinden aber in diesem Schreiben noch eineNotiz, die es klar macht, daß eine wahre Feindschaft sich unterdiesen beiden österreichischen Geschäftsmännern entspinnen mußte.
Der Prinz Salm hatte nämlich auf die Sollizitation desHerrn von St. Saphorin dem Schultheißen von Bern, Johann