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188 Buch II. Kapitel II.
stechlich war; neben ihm der Graf Sailern. An der Spitze derRegierung von Spanien stand der Markis Perlas und an der-jenigen für die österreichische Monarchie der Prinz Eugen, derGraf Sinzendorf und der Graf Stahremberg. Übrigens fandenbesonders bei der spanischen Regierung in Italien die ungeheuer-sten Unterschleife Statt. s 0
Auf den alten, durch Ausschweifungen aller Art geschwächtenKönig Ludwig von Frankreich kam Unglück auf Unglück. Wäh-rend sein durch Abgaben gedrücktes Volk durch Hunger beinahezu Grunde gerichtet wurde, eine Niederlage nach der andernden militärischen Ruhm Frankreichs vernichtete, und das Reichnur durch die Uneinigkeit unter den Alliirten vor ihrem Einfallin das Innere bewahrt wurde, während ferner der König diedemüthigendsten Begehren der Alliirten anhören und bewilligenmußte, gesellten sich noch alle möglichen häuslichen Unfälle dazu.Nicht genug, daß der Tod den Dauphin, dessen Schwiegertochterund ihren Gatten, den talentvollen und rechtschaffenen Thron-erben, weggerafft hatte, so starb noch wenige Zeit darnach desLetzter» ältester Sohn Ludwig, und mit ihm ganz Frankreichschrieben diese Todesfälle Vergiftungen zu, welche man demnächsten Verwandten des königlichen Hauses, dem Herzoge vonOrléans, Schuld gab. Mag diese Beschuldigung immerhin falschsein, so hielt ihn doch ganz Frankreich nebst dem Könige dieserMissethat fähig. Bedenkt man nun, wie alle diese Demüthigun-gen, dieser Kummer, dieser Kampf gegen den furchtbarsten Ver-dacht auf einen 74 Jahre alten Mann wirken mußte, den auchdie Nähe des Todes an sein ehebrecherisches Leben erinnernmußte, an die Verletzung so vieler Versprechungen, au die Greuel-thaten seiner Generale und an die Grausamkeiten, die er gegensein eigenes Volk begangen hatte, so begreift man leicht, daß
81 ) Kausler und Foscarini.