Band 
Zweiter Band.
Seite
191
JPEG-Download
 

Vorbereitungen des Ambassadors zum Kriege. 11*l

- Zwei Schreiben des Ambassadors vom nämlichen Tage, anden König und an den Minister, bezeichnen seine Handlungsartsehr genau. Aus seinem Briefe an den König ergiebt sich, daßer erst kürzlich erfuhr, daß Bern einen Bund mit Holland unter-handle. Er sandte daher dem König die letzten Nachrichten, dieer über diesen Gegenstand von Bern erhalten hatte, durch eineneignen Boten. Er hoffe, sagt er, der König werde nöthig fin-den, seinen Bevollmächtigten in Utrecht den Befehl zu ertheilen,diesen Unterhandlungen entgegen zu wirken, da sie eben so sehrgegen das Interesse des königlichen Dienstes streiten, als gegendas Wohl der Eidgenossenschaft, ja sogar gegen das Interesse desErzherzogs, des künftigen Besitzers des Mailändischen. Wennman sicher wäre, daß die Berichte, welche man den katholischenKantonen gebe, geheim bleiben würden, so wäre er nicht ver-legen, wie er sich gegen sie benehmen sollte; aber die Bernerwürden bald Alles erfahren, was er darüber sagen oder schrei-ben würde. Er werde sich mit dem spanischen Ambassador, dernoch bei ihm verweile, berathen, wie die Sache zu behandeln sei.

Der König werde durch seine Briefe vom 13. und 18. Jänneran den Markis von Torcy und Hrn. Desmaretz die jetzige Stim-mung der Gemüther in Bern ersehen haben. Es scheine ihm,daß für und wider den Entschluß des Königs, es auf eine an-dere Zeit zu verspüren, bis er diesen Kanton seinen Groll fühlenlasse, Manches zu sagen sei.

Die Gutgesinnten werden so keinen Verwand haben, sich gegendie jetzige Regierung zu erheben, und der Schultheiß Willadingwerde alle Zeit haben, mit den Feinden des Königs zu unter-handeln und sich gegen die Folgen zu sichern.

alten Stand verhelfen wolle. Aus dem Band Handschriften H. S. 32in der Stadtbibliothek zu Zug. Bd. VIN. S. 537.