Band 
Zweiter Band.
Seite
199
JPEG-Download
 

Vorfallenheiten im Toggenburg.

100

Beinahe gleichzeitig erhielt Zürich den Rath der Berner, daßman die Toggenburger zur Wachsamkeit aufmuntere und einwachsames Auge auf Schwyz habe; auch solle Zürich sich inBereitschaft halten und durch Musterungen zeigen, daß es bereitsei, die Toggenburger zu unterstützen. Bern werde ein Gleichesthun. Gleichzeitig, den 30. März, berichtete Rabholz an Zürich,wie unverschämt die katholische Geistlichkeit sich benehme, undrieth, die Fehlbarsten zu ergreifen und in dem Schloß Jbergzu verwahren; falls das Volk sich widersetze, so soll man dieKlöster besetzen. Andere meinen indessen, es wäre besser, dieKlöster alsbald zu besetzen, um die Sache zu einem schnellernEntscheid zu bringen. Dieß sei die Meinung des toggenburgi-schen Landrathes, der glaube, nur durch diese Maßregel seineAutorität erhalten zu können. 94 )

Den 3. April sollte sich nun in Baden die Tagsatzung ver-sammeln, und wirklich fand die evangelische Konferenz statt, beiwelcher Zürich umständlich darstellte, wie sehr das ToggenburgerGeschäft sich verwirre. Daß der Abt alle Mittel anwende, eineTrennung im Toggenburg zu bewirken, und daß der Abt zuFischingen, der Statthalter zu Wyl und der Kanzler Püntinerden Versuch gemacht haben, nachdem schon 7 Gemeinden abge-fallen seien, auch Mosnang auf ihre Seite zu bringen: darausentstehe, daß der Landrath alle Kraft und alles Ansehen verliere,so daß die Folgen unabsehbar seien. Daher bitte Zürich dieStände, ein getreues Aufsehen zu haben und ihnen mit Rathund That behülflich zu sein, was auch versprochen wurde. 95 )

An dem nämlichen Tag sandten die Abgeordneten von Bern,der Schultheiß Willading und der Seckelmeister Samuel Fri-sching, ihrer Regierung diese Berichte und riethen an, daß den

Exc. 23b. V. S. 235.’ 5 ) Bd. XXVII. S. 5114.