Briefwechsel wegen dem Toggenburg. 263
in welchem sich jetzt die Eidgenossenschaft befindet. Er hoffe, daßman auf beiden Seiten ernstlich nachdenken werde, wie diesesFeuer könne gelöscht werden; aber wenn gegen seine Erwartungdie Unordnung größer würde, so werde man erkennen, wievielen Antheil der König an den Schicksalen der schweizerischenNation nehme. Er schmeichle sich, sie werden ihm die Gerech-tigkeit widerfahren lassen, zu glauben, daß er ihnen bei jedemAnlaß seinen Eifer beweisen werde.
Am nämlichen Tag theilt der Gras beide Schreiben vonZürich und Bern und von Lucern, nebst seinen Antworten, demKönig mit und sagt, er werde nicht weiter gehen, bis er dieköniglichen Befehle erhalten werde; es sei nur Schade, daß dieseUnruhen vor dem Frieden ausgebrochen seien, aber der KantonBern werde dieses wohl veranstaltet und den Angriff unternom-men haben, ehe Se. Majestät sich darein mischen könne.
Diese zwei Briefe, welche der spanische Gesandte auf Befehldes Ambassadors den katholischen Ständen mittheilte, sind fol-genden Inhalts:
Den 13. April berichteten Zürich und Bern dem Ambassador,daß, in Erinnerung der auf Frieden zielenden Vorschläge, dieSe. Exzellenz an der letzten Tagsatzung in Baden gemacht haben,sie sich nicht enthalten können, Sr. Exzellenz die Vorfälle mitzu-theilen, welche in dem Toggenburg mit Verachtung aller vor-geschlagenen Vermittlungsmittel vorgefallen seien. VerschiedenePersonen, Feinde des geistlichen und bürgerlichen Friedens, ha-ben sich durch übelgesinnte Leute dahin bewegen lassen, gegenden Landssrieden das Land zu entzweien und in Unruhe zu setzen,so daß man nicht nur alle Achtung gegen den Landrath besei-tigte, sondern daß eine allgemeine Unruhe in dem Toggenburg,welche leicht ein großes Unglück in der ganzen Eidgenossenschaft
lnl ) Bd. IV. S. 306.