Band 
Zweiter Band.
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Berichte des Grafen dü Lüc an den König. 24!«

stimmte Verständigung vorschlagen, um dem Schein nach die Einig-keit unter den Eidgenossen herzustellen, denn auf wirkliche Einig-keit dürfe man nicht mehr rechnen, weil die Protestanten Pro-jekte haben, von denen sie nicht mehr abgehen werden, bis sieeine Schlappe erhalten, die sie aber jetzt nicht zu befürchtenhaben. Wahrscheinlich werde er nächsten Sonntag nach Öltengehen müssen. 147 )

Den 20. Mai berichtete er dann dem Könige: Der Seckel-meistcr Glutz, welcher den 19. Abends von Zug gekommen, habeihm hinrerbracht, daß an dem vorigen Tage die Sitzung 15 Stun-den gedauert und die Uneinigkeit, also auch die Unordnung aufden höchsten Grad gestiegen sei. Lucern wolle den Tag zu Öltenbesuchen, und es scheine, als ob dieser Kanton sich aus derSache zu ziehen suche, um die demokratischen Stände stecken zulassen. Uri habe gesagt, es schmeichle sich, daß seine Obern denTag auch beschicken werden. Der Landammann Zutlauben habegeäußert, er könne wegen der Gährung, die in seinem Kantonherrsche, nicht verbürgen, daß man diesen Tag beschicken werde,er hoffe aber, man werde doch die Annahme der Beschlüsse des-selben bewirken können. Schwyz und Unterwalden überlegennichts mehr, weil ihr Volk seinen Häuptern mit dem Tode droht,und es habe ein gewisser Cyberg, Landammann von Schwpz,während der Abwesenheit der Redinge im Lande Unordnungenerregt.

Das Gerücht gehe, Bern und Zürich wollen nun Wyl bela-gern, wo 4000 Mann äbtische Truppen unter dem Befehl desHerrn Felber liegen, der in Frankreich und in Italien gedienthabe. Zu diesem Zwecke seien gestern mehr als 2000 Bernerdurch die Grafschaft Baden gezogen, ohne irgendwo von denKatholiken aufgehalten worden zu sein.

Bd. Vil. S. 23«.