Entschlüsse von Zürich und Bern. 251
Zürich und Bern hingegen erließen den 2t. Mai eine In-formation des gegenwärtigen Zustandes des Toggenburger Geschäfts an England, Holland, Preußen, Hannover, Hessen-Kasselund Württemberg."")
Zugleich faßten die beiden Städte den Entschluß, die sämmt-lichen Landschaften des Abtes von St. Gallen und die gemeinenVogteien zu besetzen, die andern Kantone aber nicht anzugreifen.
Daher rückten sie den 20. Mai vor Wyl, welches den 22.kapitulirte. Am nämlichen Tag besetzten sie Mellingen, wodurchsie ungestörte Verbindung unter sich erhielten. Den 26. Maibemächtigten sich die Berner, nach einem für die Lucerner nach-theiligen Gefechte, der Stadt Bremgarten, und den 31. Maiergab sich Baden durch Kapitulation.
Den nun folgenden Friedensunterhandlungen" lassen wir nocheinen Bericht des Herrn von St. Saphorin vom 31. Mai anden Grafen Stahremberg vorausgehen.
Er bezeugt zuerst seinen Schmerz darüber, daß in eidgenössi-schen Angelegenheiten immer größere Leidenschaftlichkeit walte.Allerdings sei es das Toggenburger Geschäft, welches die Ge-legenheit dargeboten, die Dinge zu dieser Ertremität zubringen;aber niemals wäre es so weit gekommen ohne die Bitterkeit unddas Mißtrauen, welche schon lange zwischen beiden Religions-parteien herrschten. Da sie während dieses ganzen Krieges nachentgegengesetzten Grundsätzen handelten, so dienten alle ihreZusammenkünfte nur dazu, Streitigkeiten und Zänkereien unterihnen zu erregen. Nachdem der verstorbene Kurfürst von BaiernUlm eingenommen hatte, ward ein Brief von ihm an denMarschall Cattinat aufgefangen, in welchem er ihn bat, mit20 Bataillonen und 30 Schwadronen nach Hüningen zu kom-men, wohin er sich seinerseits mit einer Truppenabtheilung durch
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