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Zweiter Band.
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die Waldstätte begeben werde. St. Saphorin brachte nun dieKopien dieser aufgefangenen Briefe nach Bern, und bewirkte,daß des folgenden Tages der Entschluß gefaßt wurde, mit eini-gen tausend Mann die Waldstätte zu decken und die Absichtendes Kurfürsten von Baiern zu vereiteln. Dieser Beschlußwurde schnell vollzogen. Er war ganz dem Tagsatzungsbeschluffcvon 1688 angemessen, welchen alle Kantone dem Grafen vonLodron übergeben hatten. Dennoch wollte kein einziger Kantonden Bernern behülflich sein, die Waldstätte zu vertheidigen;im Gegentheil beklagten sich die katholischen Kantone, und unterihnen vorzüglich Lucern, darüber, daß Bern diesen Entschlußgefaßt habe, ohne vorerst die andern Kantone darüber zu be-rathen. Bern blieb aber dennoch fest aus seinem Entschlüsse,und rettete die Waldstätte.

Im folgenden Jahre vereinigte sich der Marschall Villarsmit dem Kurfürsten von Baiern. Sein Plan war, sich derStadt Konstanz und aller andern Städte am Bodensee zu be-mächtigen. Allein Zürich und Bern besetzten alsvbald den wich-tigen Platz Lindau, und faßten zugleich den Entschluß, auch dieandern Seestädte zu besetzen. Da sie dieses dann den Fran-zosen erklärten und Vorbereitungen, es auszuführen, machten,so schützten sie auf diese Weise jene Städte. Da aber die ka-tholischen Kantone ein ganz entgegengesetztes System befolgten,so sagte man sich auf den Tagsatzungen, welche über diese Ge-genstände gehalten wurden, die härtesten Worte. Noch mehraber erbitterten sich die Gemüther wegen des mailändischen Ka-pitulatö; denn nachdem die Reformirten umsonst gesucht hat-ten, durch sanfte und gemäßigte Mittel die Katholiken von derAnerkennung dieses Kapitulats zu Gunsten des Herzogs vonAnjou abzuhalten, so stellten sie ihnen vor, daß sie diesenSchritt nicht thun können, ohne öffentlich und förmlich denBund mit dem erlauchten Hause Österreich zu verletzen, und