Ungleiche Ansichten von Zürich und Bern. 301
gemeinen Vogteien nicht gleicher Ansicht. Zürich schlug vor,daß die Grafschaft Baden, die Grafschaft Thurgan und dieStadt Bremgarten an beide Stände gemeinschaftlich als Eigen-thum übergeben werde, dem Stande Zürich aber allein dasKelleramt. Hingegen könnte den katholischen Ständen ihr An-theil an den freien Ämtern, an der Herrschaft Sargans, mitVorbehalt der reformirten Gemeinde Wartau, die an Zürich undBern müßte übergeben werden, und ihr Antbeil an den ennet-birgischen Vogteien überlassen werden.
Das Rheinthal könnte noch zu Unterhandlungen gebrauchtwerden; denn wenn die beiden Stände es erhalten könnten, sodürfte man es als Ersatz der Kriegskosten betrachten, oder selbstden katholischen Kantonen noch ein Stück Geld darüber geben.Wäre das aber nicht erhältlich, so würde man das Rheinthalin seinem jetzigen Stand lassen, mit den nöthigen Verbesserungenin der Regierungsform. 194 )
Damit waren aber die Berner Gesandten nicht ganz einver-standen; sie berichteten ihrer Obrigkeit, daß die Zürcher eherdas Rheinthal und den Thurgau an sich zu bringen suchen, wäh-rend Bern lieber einen größern Bezirk der freien Ämter hätte;es werde aber wohl Alles an der Ausdehnung der begehrtenVerbesserung in der Regierungsform der gemeinen Vogteienscheitern, welche die Katholiken wahrscheinlich, nicht annehmenwerden. 19S ) In Zürich ward indessen den 2. Heumonat daöFriedensprojekt der katholischen Stände verlesen, und hiemit be-schlossen, daß dazu in Gottes Namen Hand geboten werde, je-doch mit einigen Kollditionen und Vorschlägen. 196 )
In diesen Tagen erhielt Bern, vielleicht von dem französischen
""9 A. a. O. S. 234.
"9 Bd. Vlll. S. 516.
*«9 F.xc. Bd. V. S. 234.