Ungleiche Protokollirung des nämlichen Gegenstandes 313
aber das Protokoll in Luccrn mit dem zürcherischen nicht ganzübereinstimmend. Nach jenem hätte der Ambassador den unin-teressirten Orten gesagt, es sei äußerst nothwendig, daß der mitZürich und Bern geschlossene Friede auch von Schwyz, Unter-walden und Zug angenommen werde. Viele der Vorsteher dieserOrte wären leicht dazu zu bewegen, wenn der Ausstand nichtwäre; es möchte also rathsam sein, daß die Gesandten der un-intercffirtcn Orte dahin reisen und das Volk zu beruhigen suchen;wenn sie wollen, so werde er sie dahin begleiten, da er neueBefehle vom König habe, Alles beizutragen, den Frieden her-zustellen. Vorerst sollen sie aber erforschen, ob die zwei Städtemit den Feindseligkeiten zuwarten wollen, bis man Zeit gehabthabe, mit dem Volk der katholischen Kantone zu unterhandeln.Man solle ihnen vorstellen, daß zwar die beiden Kantone Luccrnund Uri den Frieden treu und redlich halten wollen, daß aberdie Obrigkeiten dieser zwei Kantone, wenn die andern Orte denKrieg beginnen, ihre Unterthanen nicht werden abhalten können,mitzulaufen. Wenn die Deputirtcn die zwei Städte zu diesemAufschübe geneigt finden, so sollen sie es ihm anzeigen, damiter dann durch das Mittel der Kantone Lucern und Uri auf denNuntius wirken könne, daß er ihnen helfe, das Volk zu beru-higen. Dieses haben die Deputirtcn den zwei Städten vorge-tragen und von ihnen die Antwort erhalten, sie seien darübernicht instruirt, werden es aber ungesäumt ihren Obern mitthei-len ; was jedoch die Kricgsopcrationen anbelange, so können siekeine Garantie deßwegen geben. Als nun den 21. Heumonatdie Gesandten der uninteressirten Orte sich versammelten, eröff-nete ihnen Landammann Zwicki, daß man von einem Angriffeder drei Orte bei der Sinserbrücke Bericht erhalten habe, daßdaher kein Zweifel mehr bleibe, daß sie den Frieden nicht an-nehmen; man müsse sich also darüber berathen, ob man nachHause gehen oder noch länger in Aarau verbleiben solle, wor-