Schreiben des AmbassadorS an Zürich und Bern. 331
dings bekannt sei; aber sie sollten, wie er, mit ihren schwachen,unterdrückten Feinden Mitleiden haben, die sich vor einem Pöbelsichern müssen, der noch nicht ganz ruhig sei; auch müssen siegewisse Mächte schonen, die durch untreue Minister übel berichtetseien, von denen sie angeklagt und bedroht werden; sie wissen,daher nicht, wie sie sich benehmen sollen.
Die Städte allein können helfen; sie sollen nicht die unschul-digen Magistrate dafür belangen, sondern vom Volke selbst sichseine Aufwiegler ausliefern lassen und dieselben strafen.
Wenn sie seiner Meinung seien, so sollen sie Jemanden zuihm schicken nach Aarau oder an einen andern Ort.
Wollen sie aber dieses Mittel nicht ergreifen, so sollen sieeinen Frieden abschließen, wie sie gerne wollen. Sie können,wenn sie wollen, alle Räthe der 5 Kantone als Geisel neh-men; aber sie würden dadurch nur den Bauern Vergnügenmachen, und in der Folge würden sie, wie er besorge, erfahren,daß sie dadurch sich selbst geschadet haben.
Auf dieses Schreiben antwortete Bern zwar mit vieler Höf-lichkeit, aber uneinläßlich; am Schlüsse versprechen sie, sich analle übrigen Orte anzuschließen, um mit ihnen gemeinschaftlichdie Lucerner Bauern ihrer Obrigkeit gehorsam zu machen, wenndiese es begehre.
Den 28. und 29. Heumonat versprach Sucera wiederholt,' denschon unterschriebenen Frieden zu halten, mit dem Begehren, daßdie zwei Städte das Gleiche thun und die Feindseligkeiten ein-stellen. Die uninteressirten Deputirten unterstützten zwar diesesBegehren; aber daß sie selbst einander nicht mehr trauten, be-weist eine Erklärung von Basel, Schaffhausen und AppenzellA. Rh., die diese Stände den 29. Heumonat abgaben, „daß„sie die Neutralität so lange halten werden, als die übrigen in
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