Band 
Zweiter Band.
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Bericht des geheimen Rathes in Bern. 439

auch ohne der Eidgenossen Einwilligung, aus verschiedenenStaatsgründen bewogen, sich darein mischen werde, oder umden dringenden Gesuchen des Papstes nachzugeben; dieses seisehr gebräuchlich in der Welt, und man hätte sich nicht mehrdarüber zu beklagen, als Andere, denen ein Gleiches widerfahre.Aus diesem Anlaß sei man auf den Bund zu reden gekommen,worauf Jhro Exzellenz der Herr Ambassador verbeulet habe, daßer mit den löblichen katholischen Orten geschlossen und ihn auchwirklich vorgewiesen habe, und daß der König verlange, daß ergleichmäßig mit den evangelischen Orten geschlossen werde. DerHerr Ambassador halte dafür, daß dieser Bund für alle Ortenützlich sei; der Herr de la Martiniere habe Jhro Gnaden, demHerrn Schultheiß Willading, bei seiner letzten Reise nach Bernverdeutet, daß bei Erneuerung des Bundes mit den katholischenOrten der Herr Ambassador den evangelischen davon Nachrichtgeben werde, sie dazu einladen und bei dem Kanton Bern denAnfang machen werde. Jhro Exzellenz hätten vielleicht zu diesemBehuf den Herrn de la Martiniere bereits nach Bern geschickt,wenn die bekannten stattgefundenen Reden selbige nicht Hinter-halten würden, ferner einige Schritte zu thun, die wie die erstenbeschimpft werden könnten. Der Eifer des Herrn Ambassadorsfür das Wohl der Eidgenossenschaft sei so groß und aufrichtig,daß er zu allen Zeiten Allem, was er beweisen könne, entgegen-gekommen sei, und er sei noch gleich geneigt dazu, wenn er nurhoffen könnte, daß sein Eifer und seine Mühe in Zukunft bessernErfolg hätten und daß sein Charakter nicht aufs Spiel gesetztwürde." 86 ) So weit dieser Bericht.

Willading besorgte übrigens, daß der französische Ambassadorentweder Zürich oder andern evangelischen Orten unter derHand Anträge möchte machen lassen zum Beitritt in den Bund.

*<•) Bd. IV. S. 313.