Band 
Sechster Band.
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50
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50 Von der Perſpektiv.

ins Perſpektiv zeichnen, und nachher kann durch die beſtimmten Punkte auch der Circulgezogen werden. Wenn man die Perſpektiviſche Punkte, die mit den Geometriſchencorreſpondiren nur wohl zu finden weiß, ſo laſſen ſich alle Koͤrper leicht ins Perſpektivzeichnen.

Die neunzehende Figur ſtellt eine nach obigen Regeln gezeignete Ordnung der Bau-kunſt oder vielmehr deren Baſe und Kapital vor. Ein jedes Glied muß hier beſondersin den Grund gezeichnet, und aus den Punkten nachher die Perſpektiviſche Geſtalt her-ausgebracht werden, nicht nur die viereckigten, ſondern auch die runden, welche vielenach Gutduͤnken aus freyer Hand zeichnen.

In der zwanzigſten Figur wird ein Piedeſtal mit allen Architectoniſchen Gliedernausgefuhrt, vorgeſtellt: und die nebenſtehende Figur lehret, wie ſolches Anfangs imGrundriß und im Aufriß muͤſſe gebracht werden.

Die ein und zwanzigſte Figur weiſet, wie vermittelſt der Querlinien jedes Gliedeines Piedeſtals, deſſen Hoͤhe und Laͤnge gefunden wird. An den beyden Kreuzen wei-ſen die Punktirten Linien, wie ſolche erſt im Grundriß entworfen, und darnach ausge-fuͤhrt werden.

Die Figur No. zwey und zwanzig ſtellt zwey Sterne dar, deren einer vier Spitzen,der andre achtzehen hat: der erſte ſtehet auf drey Spitzen, der andre ſenkrecht auf einer.Beyde ſind nach Perſpektiviſchen Regeln gezeichnet; Wenn es gleich ſelten vorkommenwird ſolche Koͤrper zu entwerfen, ſo ſind dieſe Exempel doch hier beygebracht, um zubeweiſen, daß alle Koͤrper, wenn es gleich einige Muͤhe verurſacht, nach Regeln koͤn-nen perſpektiviſch aufgeriſſen werden.

Aus der drey und zwanzigſten Figur kann man lernen, wie vermittelſt der vielengezogenen Linien die verſchiednen Theile auf einem Gemaͤlde ſich alle nach einem Punkterichten, und eine perſpektiviſche Lage erhalten muͤſſen: es ſeyn nun Stiegen auf demVorgrunde, Piedeſtale, Haͤuſer, oder eine ganze Reihe von hintereinander liegendenGebaͤuden. Man ſieht hier eine doppelte und gebrochne Treppe, ingleichen eine andre,die in den Keller geht. Wollte man bey dieſer Vorſtellung Figuren auf den Fußbodenoder den Stuffen anbringen, ſo merke man, daß ſich deren verhaͤltnißmaͤſſige Groͤſſenach dem Platze, wo ſie ſtehen, beſtimmen laͤßt. Es werden nemlich von dem Orte,wo die Figur hinkommen ſoll, fuͤnf Quadratlaͤngen genommen, und dieſe geben die er—forderliche Laͤnge der Perſon, ſie mag ſtehen oder liegen, ſie mag im Vorgrunde, inder Mitte oder hinten geſtellt werden. Wolte man ſie auf den Stuffen ſtellen, ſonimmt man fuͤnf derſelben zur Laͤnge. Wenn man dieſes beobachtet, ſo wird die Groͤſſeder Figuren ſehr wohl proportionirt herauskommen, und ſo ſcheinen, als wie ſie ſichwuͤrklich im Leben darſtellen wuͤrde. In dem Hintergrunde dieſer Figur bemerkt mandie Perſpektiviſche Zeichnung einer Gaſſe, nebſt den darinn befindlichen Haͤuſern undGebaͤuden, wie ſolches alles nach dem Augpunkte eingerichtet iſt.

Wir wollen noch etwas von der Aufreiſſung eines einzelnen ganzes Gebaͤudes odereines groſſen Theils, als einer Colonnade und dergleichen beybringen, und einige all—gemeine Regeln davon geben. Man ſoll z. E. nach der vier und zwanzigſten Figur eine8 nebſt einer Reihe von Arcaden, oder Bogengewoͤlbe perſpektiviſch vor-

ellen.

Der