Band 
Sechster Band.
Seite
58
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Tab. h.

58 Kap. 17. Von der Malerey der alten Roͤmer, nebſt einer Nachricht

dig an der Pyramide ließt man, ſo wie ehemals an dem Fuſſe der Statue, eine Auf-ſchrift: und zwar auf der Morgenſeite oben:

C. Ceſtius. L. F. Pob. Epulo. Pr. Tr. Pl. VII. vir Epulonum.In der Mitte:

Opus abſolutum ex teſtamento. Diebus CCC XxX arbitratu

Ponti. P. F. Cla. Melæ. Heredis, et Poshi. L.darunter ließ Pabſt Alexander VII. ſetzen.Inſtauratum Anno Dom. 1663.

Die Pyramide ſteht auf einem 3 Palmen hohen Fuß, der zur Grundlage dienet: ſieiſt an ſich ſelbſt 164 Palmen hoch, und im Quadrat 130 Palmen. Inwendig iſt einZimmer 26 Palmen lang, 18 breit, und 19 hoch. Das Gewoͤlb iſt an den Orten, woes nicht gelitten, mit guter Stuccaturarbeit verſehen: in den Abtheilungen der Wandſind einige Figuren, Vaſen, und Zierathen gemalt.

Ehemals war kein ordentlicher Eingang, ſondern nur ein Loch, welches man nachder Mitternachtſeite, nicht weit von der Mauer, in der Zeichnung, ſieht: durch dieſesmuſten alle neugierige Reiſende kriechen, wenn ſie das inwendige der Pyramide ſehenwollten, wie man denn noch viele Nahmen mit Kohlen in dieſer Gegend angeſchriebenfindet. Beſagter Pabſt ließ einen bequemen Eingang durch die Mauer an der Abend-ſeite brechen. Inwendig ſind die Waͤnde in Faͤcher, welche 6 Palmen hoch und Za breitſind, abgetheilet, und darunter mit kleinern Faͤchern von 2 Palmen hoch, als einLambris verſehen. Die Faͤcher ſind durch Linien von mancherley Farben abgeſondert,und dieſe, mit kleinen Blumen und Grotesken geziert. In den groͤſſern Abtheilungen,und zwar in den mittelſten, ſtehen weibliche Figuren, die mit vieler Anmuth gezeichnetſind, und in den andern Geſchirren, zwiſchen den Abtheilungen, bemerkt man hohe zier-liche Leuchter, von verſchiedner Farbe.

Zu Sandrarts Zeiten ſahe man noch vier unbeſchaͤdigt gebliebene weibliche Figu-ren 14 Palme hoch, auf jeder Seite zwey, ſo daß die beyden ſitzenden, und die beydenſtehenden gegen einander uͤber ſtunden: von Geſchirren, die alle einen Fuß haben, ſiehtman fuͤnf Stuͤcke. Das Gewoͤlbe gehet nach unten zu gerade nieder, und iſt, wo es aufder Mauer ruhet, mit einem zierlichen Karnieß verſehen. Oben bemerkt man in derMitte deſſelben,(ſiehe die Figur) eine viereckige Einfaſſung, darinn ehemals nachverſchiedener Gelehrten Meinung, entweder des Ceſtius Bildniß, oder ein andres Ge—maͤlde geſtanden. An den vier Ecken des Quadrats ſchweben vier weibliche gefluͤgelteN 14 Palmen hoch, die in der rechten eine Krone, in der linken einen Kranzhalten.

Zu mehrerer Deutlichkeit des bisher geſagten, ſind den Liebhabern auf zwey Plat-ten vier Zeichnungen vorgelegt.

Die oberſte Zeichnung auf der Kupfertafel g. zeigt die Lage der Pyramide in derStadtmauer, nebſt der umliegenden Gegend.

Die oberſte Zeichnung der Kupfertafel h. ſtellt das inwendige gewoͤlbte Zimmervor, nebſt den an der Wand befindlichen Figuren und Gefäͤſſen, welche man auf derandern und vierten Tabelle ins groſſe gebracht findet.

Auf der andern Tabelle g. ſind die fuͤnf Gefaͤſſe, einer von den hohen Leuchtern,

die zwiſchen den hohen Abtheilungen an der Wand gemalt ſind, und eine der vier 19iche