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Sechster Band.
Seite
74
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von empfi

74 Kap. 18. Abbildungen verſchiedener Regenten, Weltweiſen, Dichter,

daß die Hunde ihn freſſen wuͤrden, verſezte er, man ſolle ihm einen Stecken in die Handgeben, ſolche zu verſcheuchen. Als man ihn auslachte, und ſagte,

6 er wuͤrde nichts da-nden, gab er zur Antwort: ſo laßt ſie freſſen, wenn ich nichts mehr empfinde,

kann es mich nichts hindern.

Platte o. Geg3. deren and

Aſander. Nenwwärtiger Kopf des Aſander iſt von einer goldnen Medaille abgezeichnet, aufern Seite man an einem Schiffe einige Siegszeichen ſiehet. Eine Siegsgoͤt-

tin haͤlt in der aufgehobnen rechten Hand eine Krone, in der Linken einen Palmzweig,mit der Umſchrift: BASIAECZT AZTANAP. Einige haben die Muͤnze wegen desgeringen Unterſchieds im Nahmen, dem Caſſander zuſchreiben wollen, weil Aſander einziemlich unbekannter Koͤnig in der Geſchichte iſt. Die wenigſten Schriftſteller erweh-nen etwas von ihm auſſer Dio, welcher erzehlt: Aſander habe ſich wider den Phar-naces empoͤrt, in Hofnung das Reich des Mithridates Bosphorus von den Roͤmern

zu erhalteFlucht

reichte ein hohes Alter,

Platte o.

n. Cäſar zog deswegen gegen den Pharnaces zu Felde, und jagte ihn in die

da ihn denn Aſander gefangen bekam, und ums Leben brachte. Aſander er-

und hungerte ſich endlich im 93 Jahr freywillig zu Tode.

Homerus.

Man findet dieſen beruͤhmten Dichter auf verſchiedne Art, in Marmor, in ge-

4 ſchnittenen Edelgeſteinen, und auf Muͤnzen. Die Zuͤge ſind aber auf allen nicht uͤberein-

ſtimmend.in alten Zeiten kein wahres und richtiges

Vielleicht ruͤhrt es daher, weil man, nach dem Zeugniſſe des Plinius, ſelbſtBild vom Homer hatte. Aſinius Pollio ließ

eines nach der Art, wie er verſchiedne in Griechenland geſehen, verfertigen, und in

ſeinen Buͤcherſaal ſetzen.

Es gieng ſeinem Bilde, wie ſeinen Verſen, auf die man bey

ſeinen Lebzeiten nicht ſehr achtete, und die erſt lange Zeit nach ſeinem Tode in Anſehen

kamen Aellian berichtet,

daß Lycurg ſcine Verſe aus Jonien mitgebracht: Die Grie-

chen haͤtten ſeine Gedichte lange nur ſtückweiſe gehabt, indem eines von des AgamemnonsMacht, ein anderes von Patroclus Tode, und ſo weiter, gehandelt: Piſiſtratus haͤtte

ſolche nachmals

geſammlet und in Ordnung gebracht. Des leztern Sohn Hipparchus

hat, nach des Plato Nachricht, den Homer zu erſt in Athen oͤffentlich bekannt gemacht,

und zu leMeinungjaniſchen

Ar

ſen anbefohlen. An den Feſten der Minerva wurden Stuͤcke davon abgeſun-iſtarch theilte die Gedichte auf eine gewiſſe Art ein. Wenn wir nun nach derder mehreſten annehmen, Homer habe ohngefehr hundert Jahr nach dem Tro-Kriege gelebt: ſo ergiebet ſich daß bis auf die Zeiten des Piſiſtratus und Hip-

parchus an die 500 Jahre verfloſſen, ehe Homers Schriften recht bekannt geworden.

Auf gegenwaͤrtiger Muͤnze lieſet man ſehr deutlich OM IPO C, die andere Seiteiſt aber durch die Laͤnge der Zeit ganz unkenntlich geworden. Sein Haupt iſt mit einem

Bande,

welches die Griechen Taenia, die Lateiner vitta nennen, umwunden. Aus

dem Plato lernen wir, daß dieſes Band von weiſſer Wolle geweſen, denn er ſagt: Man

nehme in

der Republik keine Dichter auf: jedoch ſchaͤtze man ſie, ſalbe ihre Haͤupter mit

Oel, und bekroͤne ſie mit Wolle: unguentum in caput eius effundentes, lanaque co-

ronantes

zeichen getragen.

Nach dem Virgil wurde ein ſolches weiſſes Band, als ein beſondres Ehren-Qui manus ob patriam pugnando vulnera paſſi,Quique gacerdotes caſti, dum vita manebat,Quique pi vates, Phoebo ſunt digna locuti,Inventas aut qui vitam excoluere per artes,Quique ſui memores alios fecere merendo:Omnibus his nivea cinguntur tempora vitta.

Wie

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