und anderer merkwuͤrdigen Perſonen aus dem Alterthume, ꝛc. 75
80 Wie der Ruhm des Homers mehr und mehr zu ſteigen anfieng, entſtund unter vie-
cho hehiſchen Staͤdten ein Streit: denn jeder wollte die Ehre haben, daß er daſelbſtgebohren worden. Ptolomaͤus Philopator bauete ihm einen Tempel, und die Archiverſlegten bey gewiſſen Opfern allemal den Apoll und Homer dazu einzuladen.
Pindarus,nach einem Marmor.
Sei Pindarus aus Theben iſt der Fuͤrſt der Lyriſchen Dichtkunſt bey den Griechen. platte.rl ne Schriften ſind ſinnreich erhaben, und im Doriſchen Dialect abgefaßt. Horaz*8 8. ſeine Dichtkunſt bey aller Gelegenheit: Seine Verſe ſind ſo ſanft und lieblich,man fabulirte die Bienen haͤtten ihn ſtatt der Milch mit Honigſeim ernaͤhret. Er1 bey ſeinen Lebzeiten zwar ſchon ſehr bekannt, allein nach ſeinem Tode breitete ſichen ſeiner Verſe immer mehr und mehr aus. Apoll ſoll durch den Mund der0 dia verlangt haben, daß alle die ihm Erſtlinge zum Opfer weiheten, auch fuͤr denudarus zugleich etwas mitbringen ſollten. In der herrlichen Sammlung des Fuͤrſtenluſtiniani zu Rom iſt eine Statue dieſes Dichters anzutreffen, die auf der Bruſt denNahmen Pindarus eingegraben hat. An dem Kopfe derſelben ſieht man das bey den10 8 gewoͤhnliche Band, oder die Taenia. Aeſchines berichtet, daß ſich zu ſeiner5 eine Statue des Pindarus vor dem Koͤniglichen Saal zu Athen gefunden, die eine1 in der Hand, und einen Kranz auf dem Kopf gehabt, welche die AthenienſerDankbarkeit, weil er viel gutes in ſeinen Schriften von ihnen geſungen, errichten5 Suidas meint er ſey vierzig Jahr nach der Ausruͤſtung der ungeheuren Flotte85 Kerres gebohren worden; und im fuͤnf und funfzigſten Jahr ſeines Alters im Thea-geſtorben. Wiewohl andere vorgeben es ſey in der Schule geſchehen, man haͤtte eser nicht eher gemerkt, als bis man ihn wegen Zuſchlieſſung der Schule aufwecken wol-8 Man ſagt Alexander der Groſſe habe bey der Eroberung von Theben das Hausdie Nachkommen des Pindarus verſchonet.
Perſeus.eine ſilberne Muͤnze.net Der Kopf dieſes Macedoniſchen Königs iſt nach einer ſilbernen Muͤnze abgezeich⸗ Platte e.Adler d. mit dem Koͤniglichen Diadem verſehen: auf der andern Seite erſcheint ein 6.55 9 dem Donnerkeil und der Umſchrift BASIX ECS IIEPZEC ZZ. Der Va-an Kri Perſeus hatte bey einer langen friedfertigen Regierung einen groſſen Vorratheinen egs materialien geſammlet, deren bediente ſich der Sohn, um mit den Roͤmern1 Krieg anzufangen. Dieſer lief ſehr unglücklich fuͤr ihn ab; denn er wurde vonſpiel 2 1 Aemilius gänzlich uͤberwunden, und ſtellte ſich ſeinem Volke als ein Bey-ohr 1 veränderlichen Glückes vor. Der Römiſche General bekam ihn gefangen, undN 0 feht allen Schaͤtzen ſeines Reichs im Triumph nach Rom, und von da lberemebefollba, wo er ſtarb. Er verdiente dies Schickſal, weil er ſeinen Halbbruderetrius, als den rechtmaͤßigen Sohn und Erben des Philippus, erwuͤrget hatte.
Aeſchines.
1 Kopf dieſes groſſen Redners, der dem Demoſthenes verdient an die Seite puter.55 zu werden, kommt von einer Therme her, die man nebſt andern Bildniſſen ge-er Leute in der Villa Hadriani zu Tivoli gefunden, und die von ſeinem Geburtsort3 vielleicht vormals nach Rom gekommen. Man pflegte gelehrten Leuten zu-8 n viereckigte Saulen zu ſetzen, worauf ihre Nahmen mit groſſen Quadratbuchſta-eingehauen wurden. Beſonders errichtete man dem Merkur auch dergleichen(K) 2 Ther-