Band 
Sechster Band.
Seite
85
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und anderer merkwuͤrdigen Perſonen aus dem Alterthume, ꝛc. 85

abſtamme. Er wird auf beyden Muͤnzen mit abgeſchornem Barte, auf die Art wieCaͤſar und die damaligen Roͤmer ihn zu tragen pflegten, vorgeſtellt.

Auf der ſilbernen Muͤnze, von welcher dieſer Kopf genommen iſt leſen wir dieWorte: M. ANT. ApMENIA TKA TAOTACOELE,, womit eine ahnliche Medaillemit lateiniſcher Ueberſchrift Antoni. Armenia. devicta uͤbereinſtimmt. Vermuthlich

urde ſie gepraͤgt, als er aus dem parthiſchen Kriege wiederkam, und den armenischenoͤnig Artuasdes im Triumph nach Alexandrien brachte. Auf dem Reverſe iſt das Bild—niß der Cleopatra N. 1. mit den Worten Neo, AAνν e Boανννν.

Dieſe im Alterthume ſo beruͤhmte Koͤnigin beſaß viele Eigenſchaften: Sie redeteine Menge der damals ublichen Sprachen. Sie war nicht auſſerordentlich ſchoͤn/ ſiehatte aber Verſtand, und ein ſo einnehmendes freundliches Weſen, daß ſie dadurchdie Herzen aller derer die mit ihr umgiengen gewann. Antonius empfand die Machtihrer Reizungen dergeſtalt, daß er daruͤber ſeine Gemalin, die mit Auguſt in Kriegverwickelt war, und die Parther, die ihm die Provinz Sirien weggenommen, vergaßund nur mit ihr in allen Freuden und Wolluͤſten lebte. Er gerieth auf die thoͤrigtenEinfälle, ſich als den Bachus verehren, und eine Art von goͤttlichen Dienſt erweiſenlaſſen. Athenäus erzehlt uns, er ſey zuweilen aus ſeiner Wohnung ins Schloßgegangen, da ihm alle Einwohner mit Fackeln begleitet, und er habe ſich von denHerolden aller Orten fuͤr den Bachus ausrufen laſſen. Ein gleiches geſchah, als erurch Aſien reiſete. Die Buͤrger zu Epheſus giengen ihm vermummt entgegen, ſtreue-ten auf allen Gaſſen Epheu und Blumenkraͤnze, und nennten ihn Dionyſium, welchesun Griechiſchen den Bachus andeutet.

Auf der Muͤnze N. 2. welche die Umſchrift fuͤhrt: M. Antonius Imp. Coſ. deſign.terum et tertio„Triumvir Reip. conſtituendae, wird er gleichfalls mit einem Horn,als eine egyptiſche Gottheit vorgeſtellt. Vellejus ſagt, er habe ſich mit einer gold-n Krone, und mit Epheu bekraͤnzt, einen Bachusſtab in der Hand, auf einen Wa-gen als Bachus durch ganz Alexandria fuͤhren laſſen. Die Egypter opferten ihmpheu, welches Kraut ſie Oſiris nennen: und verehrten ihn als ihren GOtt Oſiris,o wie die Cleopatra unter den Nahmen Iſis angebetet wurde. Dio ſagt ausdruͤcklich,le haͤtten das Weib als eine Iſis geehrt, ihren Kindern den Nahmen von Sonne undond gegeben, und den Antonius fuͤr den Bachus oder Oſiris gehalten. Vieleglaubten der Oſiris waͤre des Bachus Vater. Hieraus iſt abzunehmen warum Anto-mus auf der Münze N. 3. mit Hoͤrnern vorgeſtellt ſey; und weil Oſiris auch fuͤr dieSonne gehalten wurde, ſo hat man ihm wie Strahlen um den Kopf gegeben; uͤberdieſes traͤgt er die Blume Lotus auf dem Haupte, welche dieſem Gott auch bey dengyptern heilig war. Man opferte und raͤucherte ihm abends bey Sonnenuntergang,um ſich eine gute Witterung von ihm zu erbitten. Wenn man dieſes weiß, ſo läßt ſichdie feine und ſpitzige Antwort erklaͤren, die ihm Hybreas, der damals das Land und dieStädte der Provinz Carien regierte, gab. Denn als Antonius von dem Lande einendoppelten Tribut foderte, ließ jener ihn bitten, er moͤgte doch erſt in einem Jahreey Sommer machen, damit ſie doppelte Einnahme von der Erndte hatten. Mangab den Oſiris, oder der Sonne, darum vielleicht Widderhoͤrner, weil ſich der Thier—kreis mit dem Widder anfaͤngt. Zu Elephantinopolis, einer egyptiſchen Stadt, ver-ehrte man die Sonne unter der Statue eines Menſchen, mit einem Widderkopfe.

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