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Platke t.I. 2. 3·
84 Kap. 18. Abbildungen verſchiedener Regenten, Weltweiſen, Dichter,Suſernae.
Die beyden gewafneten Haͤupter mit den Buchſtaben 8 AS. und der an dem Ge-ſichte des einen befindliche Silbe ni, werden fuͤr ein paar Bruͤder gehalten, die im Dienſtdes Caͤſars in Africa geſtanden. Glandorp ſchreibt: Suſernae fratres militarunt ſubCaeſare in Africa per bellum civile. Man konnte auf den Zweifel gerathen, daß ohn-geachtet der lateiniſchen Buchſtaben, dieſe Kopfe gleichwol keine Roͤmiſche waren, weiles wider die Gewohnheit der Roͤmer geweſen, Baͤrte und Helmbuͤſche von Haaren zu
tragen: allein hierauf laßt ſich antworten, daß die Roͤmer oft ihre Haare wachſen
lieſſen, wenn ſie in einem Lande lebten oder Krieg fuhrten, wo ſolches uͤblich geweſen.Dieſes thaten Marcus Antonius, Ceeinna, Scipio Africanus, und unzaͤhlige ande-re. Die Helme der Suſerner ſcheinen denen nicht unaͤhnlich, die wir auf den Koͤpfendes Amilcar und Hanibal beym Urſinus finden.
Lucianus.
Er war nicht allein ein Dichter, ſondern hat ſich auch beſonders durch ſeine Ge-ſpraͤche beruͤhmt gemacht. Sein Geburtsort iſt die ſiriſche Stadt Samoſata: Erlebte unter dem Kaiſer Trajan und ſeinen Nachfolgern. Anfangs befliß er ſich der Rechts-gelehrſamkeit, und vertheidigte die Sachen vor Gericht: er gieng aber wieder davonab, und legte ſich auf die Weltweisheit, worinn er es ſehr weit brachte. Er war keinerbeſondern Secte zugethan, ſondern folgte ſeinen eignen Meinungen. Er ſuchte beſon-ders die fabelhafte Goͤttergeſchichte ſeiner Zeitgenoſſen laͤcherlich zu machen, daherman ihn fuͤr einen Gotteslaͤugner hielte. In ſeinen Geſpraͤchen macht er ſich uͤber dieGoͤtter oft luſtig. Sie ſind in einer angenehmen feinen Schreibart abgefaßt, undman merkt bey aller Gelegenheit den Verſtand des Lucians, aber auch zugleich ſeinenHang zur Satyre. Aus dieſem Grunde läßt ſich urtheilen, daß er viel Talent zu Epigrammen beſaß; es ſind einige davon bis auf unſere Zeit erhalten worden. Man machtihm nicht ohne Urſache den Vorwurf, daß er zuweilen die Beſcheidenheit durch ſeinefreien Ausdruͤcke beleidigt, welches einige damit entſchuldigen wollen, daß es in derAbſicht geſchehen, um dergleichen Ausſchweifungen lächerlich zu machen, und dieMenſchen zu beſſern. Er hat viele Reiſen gethan, und unter andern in Gallien dieRhetorick gelehrt. Er wuſte aber auch ſeine Reiſen zu nutzen, indem er die Menſchen,ihre Sitten und Gewohnheiten kennen lernte, und einen guten Gebrauch davon inſeinen Schriften machte. Es iſt zu bedauern daß viele derſelben verloren gegan-gen.AOTKIANOS.
CleopatraM. Antonius und CleopatraM. Antonius.
Auf Nummer 3. dieſer Platte wird Antonius als ein Gott vorgeſtellt, davonwir die Urſache gleich anzeigen wollen. Die Geſichtszuͤge auf den vor uns liegendenbeyden Muͤnzen vom Antonius ſind verſchieden, es wird aber dieſelbe Perſon vorgeſtellt.Er hatte uͤberhaupt eine gute edle Geſichtsbildung. Plutarch beſchreibt uns denſelbenalſo: Inerat ei in vultu etiam liberalis dignitas, ac barba non indecens videbaturmaſculam oris formam, qualis Herculis pingitur atque fingitur exprimere. Plu-tarch vergleicht ihn in dieſer Stelle nicht ohne Urſache mit dem Hercules; denn Anto—
nius wollte die Leute bereden, daß er von dem Anteon einem Sohn des Hercules
abſtam-
Das gegenwaͤrtige Bildniß iſt aus ſeinen Werken genommen: dabey ſteht:
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