Band 
Sechster Band.
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und anderer merkwuͤrdigen Perſonen aus dem Alterthume, ꝛc. 95

kenn mache ſetzte er dem einen einen Stuemhut nach mediſcher Art, dem andern eine9 8 iche Binde(mitra) auf, welche Alexanders Nachkommen zu tragen pflegten. DieArt dieſer Muͤnzen wird beſchrieben, als eine bey den Macedoniern uͤbliche Art von Ru-10 19, und ein Schutz fuͤr ſchlimme Witterung. Eine ſolche 9 fuͤnze war bey den Koͤ-

gen mit einer Krone, oder einem andern Kennzeichen, das ſie von dem gemeinenduken unterſchiede, verſehen. Suidas ſagt, dergleichen Mutzen waͤren zu Kriegs-dtn. Friedenszeiten zu gebrauchen geweſen: Cauſia olim Macedonibus expeditum in-

mentum fuit tegmen in nive et galea in bello.

Caſtor und Pollux.

Eine Muͤnze von Bronze.

Kön Dieſe beyden in der alten fabelhaften Geſchichte ſo beruͤhmten Zwillinge hatten den platte*E ig Lindares, und den Jupiter zu Vaͤttern: von welchen Leda, wie bekannt, zweyund Kebar, aus deren einem Caſtor und Clytemneſtra, und aus dem andern Polluxwurden ena hervor krochen. Sie waren aber vom menſchlichen Vater ſterblich, undinge en nach vielen verrichteten Heldenthaten nach ihrem Tode vom Jupiter als Zwil-entſt an dem Himmel verſetzt. Diodor erzehlt, es waͤre ein heftiger Sturm zur Seeanden, ſo daß jedermann an der Rettung zu zweifeln angefangen, darauf haͤtteſubeus ein groſſes Gelübde gethan, und zwey Sterne haͤtten ſich vom Himmel her-ſich en geſenkt, und auf die Haͤupter des Caſtor und Polur geſetzt. Der Sturm haͤttethr 55 einmal gelegt, und die Schiffer haͤtten bey ihrer gluͤcklichen Landung in Samo-0 dien in dem Tempel ein Geluͤbde gebracht, welches zu Diodors Zeiten noch vor—wen geweſen. Daher kommt es, daß die Schiffer nachgehends die Zwillinge ammel für gluͤckliche Zeichen bielten, und ihnen beſonders opferten.

gezi Wir ſehen auf der vor uns liegenden Medaille ein jedes Haupt mit einem Sternemit O woraus folget, daß Caſtor und Pollux darunter vorgeſtellt worden. Sie ſindDelkränzen geziert. Auf dem Reverſe ſtehen zwey Geſchirre mit den Worten8 J. welches Ortelius auf eine peloponeſiſche Stadt deuten will. Kenophon gedenkt,aſtor und Pollux haͤtten ſich durch ihre von Chiron erlangte Wiſſenſchaft einen groſ-dus ahmen erworben. Vierzig Jahre nach der Schlacht zwischen dem Ida und Lin-Vi wurden ſie, dem Bericht Pauſanias zu folge, fuͤr Götter erklart. Viele andereer lieſſen ihnen Tempel und Statuen errichten, woruͤber man den Apollodor undoinus nachleſen kann.

Bacchus oder Dionyſius.Eine Muͤnze von Bronze.

no Die Fabel vom Urſprunge des Bacchus iſt ſehr bekannt. Man erzehlt: daß die Ju⸗ Plate a8 weilſie wuſte, daß Semele vom Jupiter ſchwanger war, dieſe aus Rachſucht beredet ha-58 om Jupiter zu verlangen, daß er einmal in göttlicher Geſtalt erſchemen ae, 5rer habe ihr die Bitte nicht abſchlagen koͤnnen, weil er beym Styr geſchworen hatte.El erſchien alſo, und Semele verbrannte von dem Feuer das ihn umgab, worauf80 geſchwind das Kind von ihr nahm, und es in ſeine hole Seite nahete, bis esig war. Darauf muſte Merkur es den Nymphen in der Hole Nyſa zu erziehen ge-

ben; und von dieſer Höle und ſeinem Vater Jupiter, erhielte er bey den Griechen den Nah-

n Dionysius. Semele war eine Tochter des Cadmus, Königs von Theben. Apollo-dor giebt nebſt dem Diodor dieſen Ort der Erziehung des Bacchus an, und ſetzt hinzu,8 ſey von ſchöner Geſtalt geweſen, und in allen weiblichen Wollüſten und bey Tanz

zagen worden. Er erfand den Wein, und wenn er von dem vielen Trinken 8 5