Band 
Sechster Band.
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94
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Platte 2.2.

Platte 2.3.

Platte 2.4.

94 Kap. 18. Abbildungen verſchiedener Regenten, Weltweiſen, Dichter,

Aſpaſia. 5Ein Jaſpis.

Plutarch berichtet, die Aſpaſia ſey eine Mileſerin und die Tochter des Aſtacus ge-weſen; ihr Gemahl Pericles habe ſie ihrer auſſerordentlichen Klugheit halben, unge—-mein geliebt, und ihr zu Gefallen einen Befehl ausgehen laſſen, daß kein Magarenſerzu Athen aufgenommen werden ſollte. Sie war eine Meiſterin der Beredſamkeit, undverfertigte einige Reden auf Verſtorbene, deren Plato und Socrates gedenken. Letz-terer gieng mit ſeinen Schuͤlern, des guten und nuͤtzlichen Umgangs wegen, oft zu ihr.Suidas ſagt Aſpaſia ſophiſtria fuit, Et Eloquentiae magiſtra. Auſſer dieſen groſſenEigenſchaften der Seele, beſaß ſie eine ausnehmende Schönheit. Ihr hier vorgeſtell—tes Bildniß iſt nach einem Jaſpis gezeichnet. Der Kopf iſt ſehr zierlich, der Helm miteinem dreyfachen Federbuſch verſehen: Unter dem Buſche erblickt man den Pegaſus,der gleichſam mit ſeinen Voͤrderfuͤſſen vier Pferde halt. Vielleicht bedeuten die vierPferde uͤber der Stirne Krieg und Frieden. Aus dem Suidas erhellet: daß Aſpaſiades Pericles Liebſte und Lehrerin geweſen, und ihn zu zweenen Kriegen, dem Samiſchenund Peloponeſiſchen verleitet habe. Daß die Pferde aber Krieg und Frieden bedeutenkoͤnnen, erklaͤrt folgende Stelle des Virgils:

Quatuor hic(primum omnen) equos in gramine vidi,Tendentes campum late, candore nivali.

Et pater Anchiſes: bellum, o terra hoſpita, portas.Bello armantur equi: bellum haec armenta minantur.Sed tamen iidem olim curru ſuccedere ſuetiQuadrupedes, et fraena iugo concordia ferre,

Spes eſt pacis, ait.

Der fluͤchtige Pegaſus kann eine allegoriſche Vorſtellung ſeyn, und auf die ſchnelleVerbreitung ihres Ruhms zielen, ſo wie der Spinx auf dem folgenden Kopfe derAſpaſia ein Bild der Klugheit iſt, und deswegen auch gemeiniglich auf den Helm derPallas geſetzt wird.

Aſpaſia.

Ein geſchnittener Stein.

Wir haben hier eine zweyte, nicht minder zierliche Abbildung dieſer beruͤhmtenFrau vor uns. Ermippus ſuchte ihrem guten Nahmen einen Schandfleck anzuhaͤngen,und gab ſie bey den Richtern wegen verſchiedener Ausſchweifungen an. Allein ſie wu-ſte ihre Unſchuld ſo gut zu beweiſen, daß ſie frey geſprochen wurde. Sie kam nachherin ein ſolches Anſehen, daß die Athenienſer ihre Toͤchter hinſchickten, um ſie von derAſpaſia erziehen zu laſſen. Die neben dieſem Kopfe eingegrabenen Buchſtabenanche gero dle, wollen ſagen, daß es ein vom Apoll geſchenkter Edelgeſtein ſey: es kannaber auch ſeyn, daß es bedeuten ſoll, die Weisheit der Aſpaſia ſey als ein vom Apollgeſchenkter Schatz anzuſehen.

Philippus.Eine Muͤnze von Bronze.

Philippus erſcheint hier mit einer Art von Sturmhaube, welche ſein Sohn, Ale-rander der Groſſe, auch zuweilen als ein Zeichen der königlichen Wuͤrde in Macedonienaufzuſetzen pflegte. Valerius Maximus ſchreibt, der Koͤnig Antigones habe ſeinenHelm abgenommen, und um dem entleibten Koͤnige eine Ehre anzuthun, ſie ihm aufge-ſetzt. Als Marcus Antonius ſeine beyden mit der Cleopatra erzeugten Soͤhne zu Koͤ-

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