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Sechster Band.
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100 Kap. 18. Abbildungen verſchiedener Regenten, Weltweiſen, Dichter/

ihren Koͤnig Gilimer gefangen nahm. Sein Gluͤck brachte ihm viel Neider zuwege,welche den Kaiſer endlich uͤberedeten, Beliſarius trachte nach dem Reiche und ſeinemLeben. Juſtinian verurtheilte den der ihm ſo treue Dienſte geleiſtet ungehoͤrt, und

ließ ihm die Augen ausſtechen. Beliſarius hielte ſich nachgehends in einer kleinen Woh-

nung vor den Thoren Roms auf, und bettelte um Almoſen, wobey er oft zu ſagenpflegte: gebt dem Beliſarius einen Heller, der nicht ſchlechter Handlungen wegen, ſon—dern aus Mißgunſt die Augen verloren. Viele behaupten Beliſarius haͤtte ſein Geſichtbehalten, der Kaiſer habe ihn nur, wie Zonaras berichtet, durch ſeine Trabanten, gefaͤng-lich bewahren, und nach ſeinem Tode die Guͤter einziehen laſſen. Aus ſeiner Abbildungin der Statue, ſollte man faſt auf ſeine Armuth und Betteley ſchlieſſen.

Hermias.Sardonir.

Hermias war ein Verſchnittener aus Atarnus, einer Stadt in Myſien am Helle-ſpont gelegen, und ein Bedienter des bithyniſchen Fuͤrſtens Cubolus. Man ſagt er ſeydreymal verkauft worden, habe in Athen den Ariſtoteles und Plato fleißig gehoͤrt,auch ein Buch von der Unſterblichkeit der Seele geſchrieben. Endlich ſey er wiederzu ſeinem alten Herrn gekommen, habe nebſt ihm das Volk tyranniſtret, dieſen endlicherwuͤrget, und ſich zum Regenten aufgeworfen. Zu der Zeit berief er den Kenophonund Ariſtoteles zu ſich nach Atarnus, ſchaͤtzte ſie ſehr hoch, und gab dem letztern ſeineBeyſchlaͤferin, oder nach andern, ſeine adoptirte Tochter, in die Ariſtoteles ſich ver-liebt hatte. Endlich wurde er einmal von einem perſiſchen Hauptmann Memnon freund-ſchaftlich eingeladen, und als er ſich einſtellte, nahm dieſer ihn gefangen, und ſchick-te ihn zum Koͤnige in Perſten, der ihn aufhenken ließ. Suidas berichtet, ob er gleichein Verſchnittener geweſen, habe er doch eine Tochter Pythias gezeuget.

Sylla.Muͤnze von Bronze.

Ob gleich auf der Muͤnze, worauf dieſer Kopf gepraͤgt iſt, ausdruͤcklich geleſenwird: Sulla Coſ. ſo beweiſet doch Glandorp in der Nachricht vom Corneliſchen Ge-ſchlechte, man muͤſſe Sylla leſen. Es wird viel daruͤber geſtritten, und man kann ihnauf beyde Arten ſchreiben. Vellejus Paterculus nennt ihn Sulla, Ambroſius Calepi-nus ſagt: Sullae ab antiquis dicti ſunt, qui poſtea Syllae. Sexrtus Pompejus führtdie Urſache ihres Rahmens an: Naviliae a ravis oculis, quemadmodum a colorefuſco Sullae.

Ariſtophanes.8 Marmorne Buſte.Diieſer groſſe comiſche Dichter der Griechen, iſt nach einem marmornen Bilde ge-zeichnet, welches man in der Villa des Adrians zu Tivoli mit der Aufſchrift: Keenobne Abus, entdeckt hat. Es iſt daran nicht der kahle Kopf, deſſen Plutarch und Ari-ſtophanes ſelbſt in ſeinem Luſtſpiel wrd gedenkt, zu ſehen, woraus zu ſchlieſſen, daß dieStatue ihn in juͤngern Jahren vorſtelle. Wenn Ariſtophanes gleich dieſes an ſich ta-delt, ſo ſind doch die ubrigen Theile an ſeiner Bildung von gutem Verhaͤltniß. SeinVater hieß Philippus. Er lebte zu den Zeiten des Socrates, von dem er das beruͤhm-te Luſtſpiel die Wolken geſchrieben. Plato ſchickte daſſelbe nachmals an den TyrannenDionyſius nach Syracus, um ſich daraus Vorſchriften einer guten republicaniſchen Re-gierung zu nehmen.Aeſopus.

Dieſer bekannte Fabeldichter war aus Phrygien gebuͤrtig, und ſtammte von gemei-nen Eltern ab. Er hatte eine widrige Geſichtsbildung, und einen ungeſtalten Nds