Zum Behuf der Kuͤnſtler, um darnach zu zeichnen. 107
1 Unter allen Gefaͤſſen der Alten wurden die vom korinthiſchen Erze für die koſtbar-Ei gehalten. Es wird viel daruͤber geſtritten, was eigentlich korinthiſches Erz ſey.dnige meinen daß bey der Zerſtoͤrung und Verbrennung dieſer Stadt die Metalle zu-. gefloſſen, und daher eine Miſchung entſtanden, die man nachgehends nicht nach-uchen konnte. Glaubwürdiger aber iſt es, daß die Korinther eine Kunſt gehabt, koſt-Are Metalle miteinander zu vermiſchen, und daraus Gefaͤſſe zu machen. Mit derPerſtörung der Stadt iſt die Kunſt verloren gegangen, und man hat nachher dergleicheneltne Stucke hoͤher als Gold geachtet. Sie wurden von den Roͤmern aufs theuerſteezahletz und Cicero zahlt es unter die Ungerechtigkeiten des Verres, daß er den Sici-genen ihre korinthiſchen Gefaͤſſe genommen; ja einige halten dafuͤr, Verres ſey um kei-ler andern Urſache willen aus Rom verbannt worden, als weil er den Antonius in derzahl der korinthiſchen Gefaͤſſe übertroffen.
de Unten auf der Platte oo ſteht ein Gefaͤß Sympullum genannt, das die Alten nebſt platteam dabeyliegenden krummen Wahrſagerhorn, bey jedwedem Opfer gebrauchten.alten gindet ſie auf vielen alten Monumenten abgebildet. Dieſe ſind nach einemuten Marmor abgezeichnet. Sie waren theils von Thon, theils von allerley koſt—aren Steinen und Metallen. Cicero zeigt dieſes im dritten Buch von der Natur derGötter anz wo er ſagt: glauben wir denn, daß des Numa Pompilius irdene Gefaͤſſe denauſterblichen Göttern nicht ſo angenehm geweſen, als die koſtbaren Schaalen von Delos?autan bemerkt ferner auf dieſer Platte eine Figur, die da opfert, einen Leuchter, ein paarkaͤre, Urnen, alles nach wuͤrklichen Stuͤcken, die aus dem Alterthum uͤbrig geblieben,gezeichnet. Die Ruinen, welche hinten angebracht worden, ſind nach einer inwendi-gen Ausſicht des gedachten Amphitheaters genau vorgeſtellt.
1 Die Ueberbleibſel auf der Platte pp machen einen ſchönen maleriſchen Anblick, und putteoo.ſind deswegen nach der Natur abgezeichnet worden. Es iſt ein Stuck des praͤchtigenehemaligen kaiſerlichen Pallaſts auf dem palatiniſchen Berge, welches ſich in dieſer La-
e bisher erhalten hat.
Auf dieſer Platte ſehen wir ein paar Horner, die nicht zu den roͤmiſchen, ſondern platter.gu den nordiſchen Alterthümern gehören. Das erſte beſchreibt Olaus Wormius in ſeinenAutiguttäten ausfuͤhrlich, wohin wir den Leſer verweiſen. Es iſt von Gold, und imFahr 1639. unter Koͤnig Chriſtian IV. zu Oſterby in der Landſchaft Ripen durch ein
ladgen, die ſich ein paarmal daran geſtoſſen, und es als eine Wurzel ausgeriſſen, gefun-an worden. Sie brachte es dem Koͤnige, der ſich damals zu Gluͤckſtadt aufhielt, underhielt eine reichliche Belohnung dafuͤr. Das Horn kam als eine merkwuͤrdige Anti-ütäͤt in die koͤnigliche Kunſtkammer. Es wiegt 100. Unzen, und iſt zu einem Trinkge-chr zugerichtet worden, da es vermuthlich vor Alters als ein Horn im Kriege oderA der Jagd gedienet hat. Es iſt mit einigen ſchlecht gearbeiteten Figuren geziert.die beyden andern hier befindlichen Hoͤrner beſchreibt Wormius nicht weniger. Esſind gleichfalls ein paar nordiſche Trinkhoͤrner.
Das Horn auf der Platte rr iſt durch einen Kaufmann aus der Levante! 2 niit dunnerVenedig, und von da in die mantuaniſche Kunſtkammer gekommen. Es war schwarzglänzend wie ein Achat, faſt durchſichtig, beynahe zwey römische Schuhe un engerſchiedenen Abſätzen verſehen. Der Herzog ließ es nach den Zeichnungen des Julus
omano treflich mit Gold auslegen, und in ein Trinkgeſchirr verwandeln. Man wuß-
o nicht ob man es für ein Bockshorn, oder für ein Rhinoceroshorn auf 58 1 05 5
urde aber in groſſen Ehren gehalten, und bey allen feyerlichen Mahlzeiten 1 80 55trunken, bis es endlich, als die Kaiſerlichen 1626. Mantua eroberten, in die Haͤnde derSoldaten gerieth, die es entweder zerſchlugen ä Dieſe