Band 
Sechster Band.
Seite
108
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108 Rap. 18. Von einigen antiken Gefaͤſſen, Zoͤrnern und Ruinen. dc.

Dieſe Platte zeigt ferner einen anticken marmornen Altar, der ſehr zierlich mitLaubwerk ausgearbeitet iſt. Die darauf ſtehende weiſſe marmorne Vaſe iſt von ſchöͤnerForm und mit guten Basreliefs verſehen. Sie uͤbertrift eine Mannshoͤhe, und iſt indem Garten des Prinzen Juſtinians vor der Porta del popolo anzutreffen. Die dar-auf befindlichen Figuren ſtellen ein Bacchanal von Faunen, Satyren und Nymphenvor, zu denen der taumelnde Silen kommt.

An der hinter der Vaſe ſtehenden Figur zu Pferde im Basrelief ſieht man dieRuͤſtung eines alten Roͤmers. Er traͤgt eine bekraͤnzte Sturmhaube, uͤber dem Panzerhaͤngt ein Schwerdt, die Hand haͤlt er geſchloſſen, und in einer Stellung, als wenner mit dem Spieſſe, der vermuthlich abgebrochen iſt, auf ſeinen Gegner loß gehen wollte.

Matte rr. Die Ruinen auf dem Hintergrunde der Platte ess ſtellen ein Stuͤck von einem Kar-nieß, darauf allerley Opfergeraͤthe gar kuͤnſtlich ausgearbeitet ſind, vor, der ſo weitmit Schutt bedeckt iſt, daß er nur oben hervorragt. Er befindet ſich in der Gegenddes Kapitols, und hat vermuthlich ehemals zu dem praͤchtigen marmornen Gange gehoͤrk,den Auguſt vom Kapitol nach ſeinen Pallaſt auf dem palatiniſchen Berge fuͤhren ließvon dem aber, auſſer dieſen kleinen Ueberbleibſeln, weiter keine Spur anzutreffen iſt.

Vor den Ruinen ſieht man ein rundes flaches Geſchirr, deren die Alten ſich zum Fuß-waſchen bedienten, dergleichen die Wanne iſt, worinn der vorgebliche ſterbende Seneca inder borgheſiſchen Villa ſitzt. Ferner einen runden Altar, ſo wie man zum Opfer ge-brauchte, mit Trauben, Fruͤchten und allerley Zierrathen verſehen, an denen man diegeſchickte Hand des Meiſters billig loben muß. Das oben auf demſelben ſtehende groſ-ſe Geſchirr ſcheint mehr zur Zierde als zum Gebrauche gedient zu haben. Man bemerktein paar Gefaͤſſe in Basrelief darauf, aus denen ſich Weinreben uͤberall verbreiten.Es ſteht in obgedachtem Garten des Prinzen Juſtinians.