von dem Rolorit.
1. Bey den Gegenſtaͤnden ſelbſt2. Bey den Nebenwerken,3. Bey der beſondern Beſchaffenheit einer jedweden Figur fuͤr ſich.
u. Des Geſichtspunkts, da dieſelben Dinge mehrmal aber unter einem andernGeſichtspunkte koͤnnen vorgeſtellt werden, und dadurch einen angenehmenKontraſt machen. 5
m. Der Stellung, nach welcher eine Sache entweder oben oder unten nahe oderferne geſtellet wird. 5
w. Des Gebrauchs; welcher ſich zwar uͤber alle Theile der Malerey erſtreckt, jedoch beſonders bey der Anordnung will beobachtet werden; ſonſt iſt es unmoͤg-lich, ſelbige gefaͤllig zu machen. Nichts deſtoweniger ſoll man ſich zu maͤßi-gen wiſſen, die regelmaͤßigen ſymmetriſchen Formen vermeiden, und ſich vonder Wahrſcheinlichkeit niemals entfernen.
Die ſechſte Tabelle,Enthaͤlt die Regeln der Malerkunſt von dem Kolorit.
De Farben ſind zu betrachten,»Wie ſie gebraucht und aufgetragen werden, welches geſchiehetMit Oel, da zu erwegen iſtI. Ihre Zubereitung, bey welcher zu merken,
1. Daß ſie ſo fein und rein, als moͤglich, abgerieben; und allezeit die ſchoͤn-ſten und ſauberſten ausgeſuchet werden muͤſſen.
2. Daß ſelbige, wenn man ſie auf die Palette auftraͤget, mit Oel, oder ei-ner andern Sache, ſo leicht trocknet, untermenget werden ſollen, wennſie von ſich ſelbſt nicht trocknen wollen.
3. Wo es noͤthig iſt, daß einige von den Farben gemiſchet werden muͤſſen,ſoll ſolches anfaͤnglich, ſo wenig als ſeyn kann, geſchehen; denn die Ver-miſchung gehet nachher mit dem Pinſel viel leichter von ſtatten.
2. Ihr Gebrauch ſelbſt, in Betrachtung,1. Der unterſchiedlichen Manieren von vielen Farben zuſammen geſetzte Werkezu verfertigen, es mag nun das Abſehen haben:
1. Auf groſſe Werke, wo auf zweyerley Weiſe gearbeitet wird:
1. Da die Farben voͤllig und ſtark aufgetragen werden, um ſelbigerecht ineinander zu arbeiten(zu empaſtiren); welches ſie vieldauerhafter macht. Oder
2. Es wird nur ein wenig mit duͤnnem Oel aufgetragen, und durch denVertreibpinſel vermiſchet; welches zwar viel geſchwinder von ſtat-ten gehet, und lieblich anzuſehen iſt; aber ſo bald es hart und tro—cken wird, ſo gehet es wieder weg.
2. Auf die Staͤrke und Ordnung der Farben; welche man gleich an-fangs recht ſtark anlegen ſoll, indem es viel leichter iſt, nachher diee—nige zu brechen und zu ſchwaͤchen, welche man vor andern vertiefenoder erheben will..
(S) 2 3. Auf