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Siebender Band.
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16 Einleitung.

Gotteshaͤuſern zu verbannen. Viele Statuen der heydniſchen Goͤtter, wurden vonden Chriſten ſelbſt zerſchlagen, um die Gegenſtaͤnde des Aergerniſſes aus dem Wegezu ſchaffen.

Die erſte Zerſtörung muſte Rom, und mit dieſer Stadt alle darinn befindlichenSchätze der Kunſt von den Gothen leiden, die ſich hauptſaͤchlich an Pluͤnderung undVerderbung der Kunſtſachen begnuͤgten. Nicht lange hernach kam der zweyte Ueber-fall, da die Stadt ums Jahr 400. von den Weſtgothen und ihrem Koͤnige Alaricusverheert wurde. Darauf erſchienen die Vandalen unter Anfuͤhrung Koͤnig Genſerichs,die pluͤnderten Rom, und fuͤhrten die Kaiſerin Eudoxia nebſt vielen angeſehenen Roͤ-mern als Gefangene weg. Inzwiſchen hatten ſich viele vornehme Roͤmer nach undnach in die neue Reſidenz im Orient begeben, ſo daß nunmehr nichts als ſchlechte Leu-le zuruͤckblieben, deren Sitten bald eben ſo wild und frech, als der Barbaren ihre wur-den, unter denen ſie lebten. Daraus muſte nothwendig die gaͤnzliche Vernachläßigungder guten Sitten, der Wiſſenſchaften und Kuͤnſte erfolgen, die ſich gar bald in diegroͤbſte Unwiſſenheit, und den Mangel aller Kenntniſſe verwandelte.

Den lezten und ſchrecklichſten Stoß hatte Rom von dem Totila auszuſtehen.Denn dieſer verheerte die Stadt dergeſtalt, daß ſie innerhalb vierzehen Tagen demErdboden faſt gleich gemacht wurde. Er ließ alles durch Feuer und Schwerdt verwuͤ-ſten, ſo daß man nichts als den Ort ſahe, wo die praͤchtige Stadt, die Beher-ſcherin der Welt geſtanden. Bey ſolchem Verfahren konnten keine andere Werke derKunſt der Wut dieſer Hunnen entgehen, als die unter den Ruinen begraben wurden,und durch einen bloſſen Zufall ganz blieben. Auf dieſe Art haben ſich einige wenige Ge-maͤcher erhalten, die man heutiges Tages den Fremden zeiget. Der Roͤmiſche Ge-neral Marſes jagte die Barbaren endlich fort: und man fieng an auf den Ruinen wie-der eine Stadt zu erbauen, bey welcher Gelegenheit viele Kunſtſachen und Koſtbar-keiten unter dem Schutt hervorgezogen wurden. Aber auch dieſe neu wiedergefundneSchaͤtze ſollten nicht in Rom bleiben. Denn im Jahr 663. kam Kaiſer Conſtans ausdem Oriente nach Rom, und nahm den Roͤmern dieſen Schatz, den ein bloſſer Zufall ausjenen Verheerungen erhalten hatte. Der Kaiſer erreichte zwar ſeinen Endzweck nicht,ihn nach Conſtantinopel zu bringen, inzwiſchen war er doch fuͤr die Roͤmer auf ewigverloren. Wie er damit abgeſeegelt war, noͤthigte ihn ein widriger Wind in Sici-lien einzulaufen, wo der Kaiſer ums Leben kam, und die Saracenen, welche von denKoſtbarkeiten Nachricht erhalten, daruber herfielen, und alles, entweder wegnah-men, oder zerſchlugen.

In den darauf folgenden Jahrhunderten erſchienen, wiewohl ſehr ſelten, einigeGenies, die alle Kraͤfte anwandten, die Kunſt wieder einigermaſſen empor zu brin-gen, allein es waren nur ſchwache Bemuhungen. Es fehlten ihnen die Regeln derguten Zeichnung, und die Arbeiten blieben aus Mangel der richtigen Verhaͤltniſſe

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