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Nicias und Athenion. 35

lichſten Werke der Kunſt antraf. Als Scaurus in Rom Cenſor war, wurden alle die-

2 Koſtbarkeiten dahin gebracht und oͤffentlich verkauft, um fuͤr das daraus geloͤſeteGeld, die Schulden von Sicyon zu bezahlen.

28. Euphfanor.

Euphranor ein Schuler des Ariſtippus, war aus der Stadt Iſthmus im Pelopon-neſus gebürtig. Er lebte um die hundert und vierte Olympiade, und legte ſich zugleichauf das Malen und Bildhauen. Die coloſſaliſchen Figuren gefielen ihm inſonderheit,

aher er deren verſchiedne in Marmor verfertigte. Er grub auch mit dem Eiſen kuͤnſt-liche Trinkgeſchirre aus. Man lobte an ihm, daß er nicht ſo eigenſinnig und wunder-arlich war, wie viele Kuͤnſtler, ſondern mit jedermann gefaͤllig und freundlich um-

gieng, und ſeine Arbeiten hatten den Ruhm, daß ſie fleißiger als andrer Kuͤnſtler ihrebefunden wurden

*

Zuweilen erhebt ſich das Genie des Kuͤnſtlers gleichſam uͤber ſich ſelbſt, und erreichtin einem Bilde eine Vollkommenheit, welche er in der Folge nicht wieder auszudrucken5 Stande iſt. Dieſes wiederfuhr dem Euphranor, als er die zwoͤlf Goͤtter fuͤr dieAthenienſer malen ſollte, denn er gab dem Neptun ein ſo majeſtaͤtiſches Anſehen, undeine ſo u ernatuͤrliche Hoheit in der Mine, daß er nachgehends, wie er den Jupitervor ellen wollte, der billig noch mehr Kunſt im Ausdruck erfodert haͤtte, ſeiner eig-nen Arbeit am Neptun nicht gleich kommen konnte. Des Euphranors hauptſaͤch-lich e Starke beſtund in der geſchickten Proportion, die er zu treffen wußte, wiewohl8 ihm doch zu groſſe Finger und Knoͤcheln an der Hand vorzuwerfen pflegte. Mangatte vor alters ein Buch von ihm, das von der Malerey, den Verhaͤltniſſen des Men-ſchen, und von Miſchung der Farben handelte.

Auſſer gemeldten zwoͤlf Goͤttern werden folgende Bilder von ihm bey den Altenerwehnt: ein Scharmuͤtzel zu Pferde, ein Theſeus, von dem er zu ſagen pflegte: desorb aſſus Theſeus ſey mit Roſen, der ſeinige aber mit Fleiſch genaͤhrt worden. Vie-le von ſeinen Gemälden wurden zu Epheſus aufbewahret: als Ulyſſes, wie er ſichunſinnig ſtellte, und mit einem Ochſen und Pferde zugleich pfluͤgte, und Salz ſaͤete/in ait er nicht nach Troja ziehen durfte; ingleichen verſchiedne nachdenkende Perſonende ſtechelcben Manteln, darunter ein Hauptmann, der ſein Schwerd in die Schei-

eckte.

26. Praxiteles.

Prana dem Berichte des Plinius im 8. Kapitel des 34. Buchs, ſoll der Bildhauer Platte k.aber 1 ein Zeitgenoſſe des letztgedachten Euphranors geweſen ſeyn. i Er gedenkt

verferti 9. Kapitel des 33. Buchs noch eines dieſes Nahmens, welcher Spiegel aus ErzPlatte E. und zu Pompejus des Groſſen Zeiten gelebet. Sein Bildniß iſt auf derPlatte 8 ehen. Er wurde unter die groͤßten 7 6 0 des— 7 5 gezehlt.man Sprichwortsweiſe, das iſt ein Kopf des Praxiteles, wenn man ein5 Kunſtſtuck eden wolle. Man ſchreibet ihm ohne Grund die auf dem Mon-85 0 dem Paͤbſtlichen Pallaſte ſtehende Gruppe des Bucephalus und Alexan-dias 5 leren zu, ſo wie die andre, von der oben gehandelt worden, dem Phi-Spi en wird. Er machte auch einen Neptun zu Pferde, wie er mit dem

dieß auf den Rieſen Polybos loß gieng.

»E 2 Seine