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34 Rap. 3. Von Pauſias, Euphranor, Praxiteles, Cydias, Antidotus,

ſen des Terimachus ausgegeben, von dem man aber nichts als den Nahmen kennt.Unter ſeinen Werken waren hauptſaͤchlich ein Bacchus, eine tragiſche und komiſche Mu-ſe, die Semiramis, wie ſie von einer Sklavin zur Koͤnigin ward; und eine Matrone,welche eine Braut mit der Fackel zu Bette begleitet.

Das 3. Kapitel.

Vom Pauſias, Euphranor, Praxiteles, Cydias, Antidotus,Nicias und Athenion.

24. Pauſias.

Platte v. n dem Leben des Polygnottus(ſiehe das 1. Kap. No. 3.) iſt bereits erwehnt wor-

den, daß er der Erfinder des Schmelzmalens oder emaillirens geweſen, das die

Alten die Encauſtick nannten. Pauſtas von Sicyon gebuͤrtig, ahmte ihm nach, und

ward ein geſchickter Meiſter in dieſer Kunſt. Der im vorigen Kapitel unter dem Leben

des Eupompus gedachte Bildhauer Lyſippus arbeitete auch auf dieſe Weiſe und ſchrieb

auf ſeine Werke: Lyſippus hat dies im Feuer gemalt. Einige geben vor, Ariſtides

habe dieſe Kunſt erfunden, und Praxiteles nachmals zur Vollkommenheit gebracht.

Es iſt aber falſch, denn man findet lange vor dem Ariſtides die Werke des Polygnot-

tus und andrer. Nach einiger Meinung ſoll Pamphilus, des Apelles Lehrmeiſter, dieSchmelzkunſt den Pauſias gelehrt haben.

Pauſias genoß der Anleitung ſeines Vaters Brietes in der Zeichenkunſt. Er mal-te darauf die Mauern von Thesbia, einer Stadt in Boeotien, und erneuerte einige Ge-maͤlde des Polygnottus, ob er gleich eine von dieſem Meiſter weit unterſchiedene Ma-nier hatte. Er ſoll auch die Balken in den Zimmern zuerſt bemalet haben. Inſonder-heit war er in kleinen Sachen, als Kinder und dergleichen, ſehr geſchickt; weswegenſeine Neider aus Spott ſagten, er habe ſich darauf geleget, um viel Zeit mit Kleinig-keiten zuzubringen. Dieſe zu widerlegen verfertigte er ein Kind in einem Tage, undnennte es ein Tagewerk.

In ſeiner Jugend hatte er mit einer ſchoͤnen Blumenhaͤndlerin Glycera(derenBildniß nebſt des Pauſſas ſeinem auf der Platte D zu ſehen) ein Liebesverſtaͤndniß.Sie wuſte die Blumenkraͤnze auf mancherley kuͤnſtliche Arten zu flechten, welche ernachzumachen trachtete, und auf die Art mit ihr in die Wette eiferte. Zuletzt malteer ſie ſelbſt ſitzend mit einem Blumenkranze auf dem Kopfe ab, welches fuͤr ſein beſtesGemaͤlde gehalten wurde. Lucius Lucullus gab fuͤr eine Kopie des Dionyſius von die-ſer beruͤhmten Blumenbinderin zwey Talente.

Er zeigte ſeine Geſchicklichkeit aber auch in groſſen Stuͤcken: als in einem Opfervon Ochſen, welches in der Galerie des groſſen Pompejus aufbewahret wurde. Ueber-haupt liebte er die Vorſtellungen der Opfer, und war darinn beſonders gluͤcklich. Erwußte die Ochſen von vornen ſo geſchickt zu zeichnen, daß man aus der Verkuͤrzung deſ-ſen Laͤnge und Dicke ſchlieſſen konnte. Anſtatt daß andre Maler ihre Werke mit lich-ten Farben anlegten, und nachgehends mit noch hellern erhoͤheten, ſo bediente er ſichdunkler Farben zu den Vertiefungen, und hoͤhete ſie nachmals mit lichten Farben auf.Dadurch brachte er eine ſolche Wirkung zuwege, daß ſeine Gemaͤlde wie erhabne Ar-beiten ausſahen. Sein Vaterland war gleichſam der Sitz aller guten Maler, daherman in den daſigen offentlichen Gebaͤuden und Tempeln eine unſaͤgliche Menge der herr-

lich-

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