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Siebender Band.
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Signorelli, Leonardo da Vinci. 85

Er gab viel Riſſe zu Gebaͤuden an, desgleichen allerley Waſſerkuͤnſte und mechani-ſche und hodrauliſche Maſchinen: unter andern that er auch zuerſt den Vorſchlag wieman den Arno durch einen Kanal von Florenz nach Piſa leiten koͤnnte. Nicht weni-ger legte er ſich auf die Sternkunde und Kraͤuterwiſſenſchaft, kurz er hatte Neigung al-Au lernen, und ſein gluͤckliches Genie kam ihm zu ſtatten, daß es ihm nicht ſchwerrde eine Cache geſchwind zu faſſen. Auſſer ſeinen weit ausgebreiteten Kenntniſſen,4 5 en Mann von gutem Character, und einem luſtigen aufgeraͤumten Weſen, da-er ihn ein jedweder lieb hatte, und gern ſahe.en Er lernte bey dem Verochio, den er ſo ſehr uͤbertraf, daß dieſer aus Verdruß we-175 eines gewiſſen ende n Ne niederlegte. Vinci malte nemlich in einem Ge—nalde von der Taufe des Johannes, das ſein Lehrmeiſter verfertigt hatte, einen En-57 3 Mehr Beyfall fand als das ganze Gemaͤlde des Verrochio. Beſonders gluͤck-

war Vinci in Zeichnungen nach dem Leben.

de Unter ſeinen vielen Gemaͤlden ruͤhmt man auch einen Neptun, der von Seepfer-90 ezogen, und von allerhand Meerwundern und Waſſernymphen umgeben ward.Aan hak das Stück in folgenden ihm viel Ehre machenden Verſen beſchrieben:

Pinxit Virgilius Neptunum, pinxit Homerus,Dum maris undiſoni per vada flectit equos:ente quidem Vates illum conſgexit uterqueVin cius aſt oculis iureque vincit eos.

d, Oftmals ſieng Nine Stuͤcke an, die er niemals ausfuͤhrte: dahin ge-0 ein? dbu a 5 Oelfarben, wo die Schlangenhaare auf, das ſelt-5 dur einander verwickelt waren. Weil es aber viel Muͤhe gekoſtet hatte, 1und alen, ſo ließ er es liegen: gleichwol nahm Herzog Cosmus es in ſeinen Pallaſt,

achtete es eines Platzes in ſeiner Sammlung werth.

Sein beruͤhmteſtes Gemälde iſt das heilige Abendmahl bey den Dominicanern innnn er 8 Kopf 8 und des Judas noch nicht abgemalet: wie 1W 5 gruͤber ſtudirte, weswegen der Prior ihn der Saumſeeligkeit beſchuldigte, ſagte 955Geſicht er fuͤr dieſe beyden Koͤpfe den rechten Ausdruck finden, und eNeat ſeinem Judas zu geben, worauf der Prior ihn in Ruhe ließ. Er vollen 1nig iudas Geſicht des Judas, das von Chriſto aber blieb. Der Koͤ-ware Frankreich hätte es gerne nach Paris bringen laſſen, wenn es mög ich geweſen

ein Gemaͤlde auf der Mauer, an einen ſo entlegenen Ort zu bringen.

„ Er malte darauf den Herzog von Mayland, ſeine Gemahlin, und zwey Soͤhne ab,155 ungemein glüclic 5 4 15 er denn uͤberhaupt ein Meiſter in der Aehnlichkeit ge-auser u erden verdiente. Seine Abſicht war des Herzogs Statue zu Pferde vonan, ſordenticher Gröſe zu verfertigen. Er ſieng aber die Form gar zu ubermäſſig groß

„ſodaß es dumdglich warte meinen Guß zu füllen, darüber blieb die ganze Sache lie-zerbr chone Metall aber ward von den Franzoſen bey der Einnahme von Muglandahes Pfad und ging nebſt dem von Vinci gemachten Zeichnungen von allen Theilendues Pferdes verlohren. Er muſte nachgehends viel fur erſterwehnten König vonW n wie ſolcher Mayland in ſeine Gewalt bekommen hatte. eSnrpitelder, Zeit nach Florenz, zwo ihm der Maler eee eee

boten Kirche, welches dieſen Künstler ſchon verdungen war, uͤberließ, weil Vinci vuſ1 3 bezeug-