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Platte L.
84 Rap. 5. Von Ph. Lippi, Sranc. Srancia, Piet. Perugino,
Perugino war beydes in naſſem Kalk, und mit Oelfarben ein guter Meiſter. Ermalte einen heiligen Sebaſtian um hundert Goldkronen fuͤr einen Florentiner Roſſi/welcher das Bild wieder fuͤr vier hundert an den Koͤnig in Frankreich verkaufte ·Pabſt Sixt IV. hieß ihn nach Rom kommen, und ließ eine Kapelle von ihm malen, worinner die Geſchichte, da Petrus die Bindeſchluͤſſel empfaͤngt, die Geburt und Taufe Chri-ſti, die Findung Moſis, und die Himmelfarth der Maria an dem Orte, wo jetzt dabjuͤngſte Gericht vom Michael Angelo anzutreffen, verfertigte. Nachdem der Pabihn reichlich belohnt hatte, gieng er in ſeine Vaterſtadt, und arbeitete daſelbſt ſehtfleiſſig. Einige Zeit darauf begab er ſich nach Florenz: wo er viel Geld zuſammenſcharrte, und aus Geitz geſchwinde arbeitete, aber auch oft dieſelben Figuren undStellungen wieder anbrachte. Michael Angelo fieng damals an beruͤhmt zu werden,mit demſelben ließ er ſich aus Neid und Furcht, daß jener ihm Abbruch thun moͤg-te, in allerhand Zaͤnkereyen, und zuletzt gar in einen Proceß ein. Wie er ſich abervon Tage zu Tage laͤcherlicher machte, und oͤffentlich geſchimpft wurde, kehrte er end-lich aus Verdruß im Alter wieder nach Perugia. Er beſaß viele liegende Grunde, konn-te aber nimmer genug haben, und ſchritt deswegen wieder zu einer neuen Arbeit in ei-nem Kloſter, wobey ihm der damals noch junge Raphael behuͤlflich war. Er ver-dient ſonſt mit Recht den Namen eines groſſen Malers; denn er hatte eine ſchoͤneManier, aber wie bereits gedacht worden, aus Eilfertigkeit und Geitzes halber, umviel zu liefern, wiederholte er ſeine Figuren oft. Aus ſeiner Schule ſind groſſe Maler,und unter andern der beruͤhmte Raphael gekommen. Er hatte allemal viel baaresGeld bey ſich, das ihm einſtens von einem Straſſenraͤuber unweit Perugia abgenom-men wurde, woruͤber er ſich dergeſtalt graͤmte, daß er bald darauf aus der Welt Ab-ſchied nahm. Er hatte faſt gar keine Religion, und ſtarb 1824. im acht und ſieben-zigſten Jahr ſeines Alters. f
30. Lucas Signorelli.
Lucas Signorelli zu Cortona 1439. gebohren, war von einer ſo guten freundlichenund dienſtfertigen Gemuͤthsart, daß er von jedermann geliebt wurde. Sein Lehrerwar der§ 18 gedachte Pietro della Franceſea, dem er ſo gut nachahmte, daß maltihre Arbeiten ſchwerlich unterſcheiden konnte. Beſonders war er im Ausdruck des na-ckenden ſehr gluͤcklich, daher Michel Angelo ihn ungemein hoch ſchaͤtzte.
Unter ſeinen andern Werken machte er ſich inſonderheit, durch das juͤngſte Ge-richt in der Hauptkirche zu Orvietto bekannt. Die Compoſition deſſelben iſt vortref-lich. Die boͤſen und guten Engel ſieht man untereinander, und das Schrecken und Er-ſtaunen auf den Geſichtern der auferſtandenen Menſchen. An den letztern nahm Mi-chael Angelo ſo viel ſchoͤne Stellungen, kuͤnſtliche Verkuͤrzungen, und einen ſo guteAusdruck des nackenden wahr, daß er ſich nicht ſchaͤmte ihnen bey ſeinem beruͤhmten jung-ſten Gerichte nachzuahmen, welches das beſte Lob fuͤr des Signorelli Original iſt.
Seinen ermordeten Sohn, der ein ſchoͤner Juͤngling geweſen, zeichnete er mitvieler Standhaftigkeit und Kunſt ab. Pabſt Sirtus berief ihn nach Rom, wo er denAbſchied Moſis vom Volke malte. Er gieng endlich wieder nach ſeiner VaterſtadtCortona, wo er im Jahre 1521. verſtarb.
31. Leonardo da Vinci.
Leonh. von Vinci aus einem adelichen Geſchlechte zu Vence unweit Florenz im Jaht1445. gebohren. Sein Verſtand war ſo glücklich, daß ihm alles gelung. Er wal 8guter Feldmeſſer, Baumeiſter, Muſicker, und auch im Bildhauen nicht ungeſchi